Öltanker (Foto: SR)

Öl voraussichtlich bald noch teurer

Interview: Simin Sadeghi / Onlinefassung: Markus Person   07.10.2022 | 13:16 Uhr

In den vergangenen Wochen ist vor allem der Gaspreis angestiegen. Jetzt muss damit gerechnet werden, dass auch Öl bald noch teurer wird. Denn der Verband der ölproduzierenden Länder OPEC plus hat beschlossen, weniger Öl zu fördern. Als Grund nennt OPEC, dass die Nachfrage sinkt. Im SR 3-Interview rechnet Hans Jürgen Funke vom Verband für Energiehandel Südwest damit, dass die Kosten weiter steigen werden.

Das Bremsen der Ölförderung überrascht Hans Jürgen Funke vom Verband für Energiehandel Südwest nicht groß. Denn natürlich sei aus Sicht der OPEC nachvollziehbar, dass man dort ein Interesse daran habe, den Ölpreis zu stabilisieren und wieder einen Barrel-Preis von rund 100 US-Dollar zu erreichen. Für die Gesamtwirtschaft, und natürlich auch speziell für die Verbraucher, sei das natürlich ein schlechtes Signal, denn dadurch gingen auch die Inlandspreise hoch.

Heizölpreis steigt seit Monaten


Funke rechnet mit weiter steigenden Preisen beim Heizöl. So habe man schon in den vergangenen Tagen sehen können, dass die Preise speziell hier wieder angestiegen seien. So liege das Preisniveau aktuell bei etwa 1,65 € für den Liter – und damit bereits um rund 13 Cent höher als Mitte September. Wie es mit den Preisen weitergehe, sei momentan aber schwer einzuschätzen, sagt Funke. Denn die OPEC-Förderkürzung habe ja auch Auswirkungen auf den Weltmarkt. Macht sich auch in China, den USA und auch in Europa die Rezession weiter breit, dann dämpfe das natürlich zunächst auch wieder die Ölnachfrage und den Preis.

Audio

Verband für Energiehandel Südwest rechnet mit steigenden Ölpreisen
Audio [SR 3, Moderation: Simin Sadeghi, 07.10.2022, Länge: 04:09 Min.]
Verband für Energiehandel Südwest rechnet mit steigenden Ölpreisen

Auch Entlastung beim Ölpreis gefordert

Vor dem aktuellen Hintergrund spricht sich Funke auch für eine Unterstützung der Bürger bei den Heizölkosten aus. Die Entlastungen, die man im Moment vonseiten der Bundesregierung ständig höre, das seien Strompreisdeckel und Gaspreisdeckel. Von einem Heizölpreisdeckel höre man dagegen relativ wenig. Aber auch hier hätten die Verbraucher schließlich mit sehr stark gestiegenen Preisen zu kämpfen. Deshalb, so Funke, brauche es auch hier Entlastungen.

Heizölkunden empfiehlt Funke, die Tanks zumindest soweit zu befüllen, dass man gut über den Winter kommt. Denn an eine schnelle Preisentspannung beim Öl glaubt er nicht.

Ein Thema in der Sendung "Region am Mittag" am 07.10.2022 auf SR 3 Saarlandwelle.

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