Nordstream 2 (Foto: dpa/Jens Büttner)

"Umfang der Gasliefermenge ist noch unklar"

Michael Friemel / Moskau-Korrespondentin Christina Nagel   21.07.2022 | 07:28 Uhr

Nach der Wartung von Nord Stream 1 ist die Gaslieferung durch die deutsch-russische Pipeline wieder angelaufen. Es fließe wieder Gas, sagte ein Sprecher der Nord Stream AG der Deutschen Presse-Agentur. Unklar ist aber, ob die Mengen ähnlich hoch sein werden wie vor der Wartung. Die Bundesnetzagentur rechnet mit 30 Prozent - Zahlen des Betreibers liegen höher.

"Umfang der Gasliefermenge ist noch unklar"
Audio [SR 3, Michael Friemel / Christina Nagel, 21.07.2022, Länge: 03:11 Min.]
"Umfang der Gasliefermenge ist noch unklar"

40 Prozent der eigentlichen Liefermenge

Dass wieder Gas durch die Pipeline Nordstream 1 fließt, hat zumindest die deutsche Seite bestätigt, so Moskau-Korrespondentin Christina Nagel, der Betreiber Gazprom habe bislang aber noch nichts verlauten lassen. Es sei aber doch davon auszugehen. Der russische Präsident Putin habe wiederholt, dass Gazprom alle Verträge erfüllt würden.

Nur der Umfang sei nicht klar. Derzeit kursierten zwei Zahlen: 30 oder 40 Prozent der Liefermenge, die eigentlich kommen solle. „40 Prozent wäre so ungefähr, der Stand wie vor der Wartung. Und ich denke, das ist das, wo es sich heute so einpendeln wird.“

Weitere Kürzungen möglich

Die nächsten Probleme seien bereits angekündigt. Zum einen fehle noch die Turbine aus Kanada. Außerdem müssten noch weitere Reparaturen vorgenommen werden. Das habe Putin bereits angekündigt. Darum heiße es schon jetzt, wenn nicht alles einsatzfähig sei, müsse damit gerechnet werden, dass sich die jetzige Liefermenge noch einmal halbiere. Schuld daran, so die Erzählung des Kreml, sei der Westen. Der würde dafür sorgen, dass die Technik nicht einwandfrei funktioniere.

In Russland werde die Diskussion um die Energie- und Gaskrise aufmerksam verfolgt. Die Berichterstattung sei ganz im Sinne von Putin, der in den Augen der Russen am längeren Hebel sitzt. Das sei die Botschaft, die um die Welt gehen solle.   


Mehr zum Thema


Audio

VEWSaar: "Es ist noch kein Signal der Entspannung"
Audio [SR 3, Interview: Simin Sadeghi, 21.07.2022, Länge: 04:22 Min.]
VEWSaar: "Es ist noch kein Signal der Entspannung"
Seit dem Morgen des 21. Juli fließt wieder russisches Erdgas über die Pipeline Nordstream 1. Die Wartungsarbeiten sind abgeschlossen. Das sei noch kein Signal der Entspannung, sagt Hanno Dornseifer, der Vorstandvorsitzende des Verbands der Energie- und Wasserwirtschaft im Saarland (VEWSaar e.V.). Seines Wissens nach komme nur eine reduzierte Menge an - wie schon vor der Wartung. Wie dies einzuschätzen ist und was wir mit Blick auf den Winter tun können, darüber spricht er im SR-Interview.


Betriebsstart im Juli
Wie sich die Gasknappheit auf das Kraftwerk Römerbrücke auswirkt
Im Juli ist das neue Gasmotorenkraftwerk des Energieversorgers SaarLorLux an der Römerbrücke in Saarbrücken in Betrieb gegangen. Doch durch den Krieg in der Ukraine ist Gas nur noch eingeschränkt verfügbar. Welche Folgen hat das für das Kraftwerk?

Ein Thema in der Sendung Guten Morgen am 21.07.2022 auf SR 3 Saarlandwelle

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja