Saarlandkarte mit geplanter Streckenführung der Nordsaarlandstraße (Foto: SR/Knöbber, Hintergrund: pixabay/Larisa-K)

Die Diskussion über die Nordsaarlandstraße geht weiter

Patrick Wiermer   23.11.2020 | 12:15 Uhr

Wer im Nordsaarland von Merzig nach Wadern unterwegs ist, braucht Zeit. Eine Bundesstraße zwischen der A1 und der A8 könnte dem Abhilfe schaffen. Die sogenannte Nordsaarlandstraße könnte den Verkehr schneller durch das Nordsaarland führen und damit auch die Region entwickeln. Doch ob diese schon seit langem diskutierte Nordsaarlandstraße kommt, ist fraglich. Es gibt eine Bürgerinitiative dafür. Es gibt aber auch überzeugte Gegner.

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Die Diskussion über die Nordsaarlandstraße geht weiter
Audio [SR 3, Patrick Wiermer, 23.11.2020, Länge: 03:01 Min.]
Die Diskussion über die Nordsaarlandstraße geht weiter

Mit der Nordsaarlandstraße verhält es sich ein bisschen wie mit "Game of Thrones". In der epischen Fantasyserie, kann man schnell den Überblick verlieren, wer mit wem und gegen wen und warum, wenn man zu spät eingeschaltet hat. Die Liste der Hauptdarsteller ist auch bei der Nordsaarlandstraße lang: Ministerien, die Bundeswehr, der Landesbetrieb für Straßenbau, Parteien, Fraktionen, Naturschutzverbände, Bürgermeister, Gutachter und natürlich die Bürger.

Die Position der BI pro Nordsaarlandstraße

Zu den Befürwortern gehört beispielsweise Ulrich Kieborz von der Bürgerinnitiative (BI) für den Bau der Nordsaarlandstraße. Die BI sieht in der Strecke die Grundlage für die Entwicklung des nördlichen Saarlands. Vor allem aber könnte die Straße die Menschen vom Durchgangsverkehr entlasten. Kieborz wohnt in Brotdorf, direkt an der Hauptstraße und er kennt das Problem mit dem Durchgangsverkehr zu Genüge. Das Herzstück ist daher für ihn die Nordumfahrung bei Merzig.

Bei dem Projekt Nordsaarlandstraße geht es um 37 Kilometer Straße. Und es sind lediglich die letzten beiden Kilometer, um die seit Jahrzehnten gestritten wird.

Mehrere Alternativen zur Streckenführung wurden bereits geprüft. Streitpunkte sind dabei unter anderem die Kosten, Naturschutzgründe und der tatsächliche Nutzen.

Losheimer Bürgermeister gegen Nordsaarlandstraße

Zu den Gegner der Nordsaarlandstraße gehört der Losheimer Bürgermeister Helmut Harth. Sämtliche Fachgutachten hätten ein Negativattestat ausgestellt, sagt er. Und während die Gemeinde jahrelang unter seinem Vorgänger Christ das Projekt unterstützt hatte, gibt ein neues Verkehrsgutachten dem amtierenden Bürgermeister und Straßengegner Harth Rückenwind: Eine Nordsaarlandstraße sei aus rein verkehrlichen Gründen nicht sinnvoll, so das Fazit.

Die Losheimer Alternativ-Vorschläge

Bürgermeister Harth schlägt als Alternative für den Bau der Nordsaarlandstraße einen Ausbau der Bus- und Zugverbindungen, die Reaktivierung der Merzig-Büchfelder Eisenbahnverbindungen bis Niederlosheim und den Ausbau der L158 inklusive einem neuen kleinen Abschnitt kurz vor Mettlach vor.

Ulrich Kieborz hält von der Eisenbahn als Alternative nichts. "Wie soll ein Brotdorfer mit der Eisenbahn eine Kiste Bier im Losheimer Globus kaufen?" Und auch das Ergebnis des das Verkehrsgutachtens sieht Kieborz kritisch, denn er geht davon aus, dass der Verkehr wegen weiterer Gewerbeansiedlungen weiter zunehmen wird.

Der Rechnungshof soll nun entscheiden, ob die Straße auch nach fast 40 Jahren Diskussionen eine Zukunft hat. Für Helmut Harth ist die Straße allerdings schon gestorben.

Ein Thema in der "Region am Mittag" am 23.11.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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