Landesbetrieb für Straßenbau wird aufgespalten

Landesbetrieb für Straßenbau & Autobahngesellschaft

Stephan Deppen   12.12.2020 | 12:30 Uhr

Der Countdown läuft: Zum ersten Januar ist der Landesbetrieb für Straßenbau in der bisherigen Form Geschichte. Ein Teil der Aufgaben wird ausgegliedert in die neue Autobahngesellschaft des Bundes. Ein größeres organisatorisches Unterfangen. Anfang Dezember hat der Umzug begonnen, zum ersten Januar muss die neue Struktur funktionieren

Möbelwagen draußen, Kisten und Möbel in allen Gängen: Rund 300 Beschäftigte sind vom Umzug im Gebäude des Landesbetriebs für Straßenbau (LfS) in Neunkirchen von dem Umbau betroffen. Und der sei noch längst nicht fertig, sagt Werner Nauerz, der Leiter des Landesbetriebs für Straßenbau. Bis Weihnachten werde sich der Umbau noch hinziehen.

Ein Drittel der Aufgaben gehen an den Bund

Zum 1. Januar gibt der LfS ein Drittel seiner Aufgaben an die neue Autobahngesellschaft des Bundes ab: die Zuständigkeit von 240 Kilometern Autobahn im Saarland. 1400 Kilometer Land- und 300 Kilometer Bundesstraße bleiben beim LfS - das erfordert andere Abläufe. Und wirklich glücklich ist er mit der Aufteilung der Aufgaben nicht. Bestehende Stukturen würden auseinander gerissen und es müssten zum Teil Doppelstrukturen aufgebaut werden.

Abwanderung von Personal

Klar, dass im Zuge der Aufgabenverlagerung auch Personal vom LfS in die neue Gesellschaft wechselt. Und die neue Gesellschaft habe auch weitere Leute abgeworben, bedauert Nauerz, Insgesamt 16 Personen, hauptsächlich Ingenieure, hätten gekündigt und seien dem "Ruf des Geldes" gefolgt. Personal, das ohnehin schwer zu bekommen ist, und das erschwert den Neustart beim Landesbetrieb.

"Insgesamt wird es teurer"

Immerhin: Da die Autobahnplanung im Bundesauftrag mehr gekostet als der Bund dafür erstattet hat, stellt sich das Saarland unterm Strich nun finanziell besser. Aber insgesamt würden Bau und Planung teurer als früher, sagt Nauerz. Zudem müssten mehr Fahrzeuge neu angeschafft werden.

Enge Zusammenarbeit von LfS & Autobahngesellschaft

Außenstelle des Landesbetriebs für Straßenbau in Neunkirchen (Foto: SR/Stephan Deppen)

Carsten Chassard ist nach 17 Jahren beim LfS zur neuen Gesellschaft gewechselt. Er leitet die Außenstelle Neunkirchen, die zur Niederlassung West in Montabaur gehört. Die Autobahn-Gesellschaft werde bundesweit für ein einheitliches Niveau sorgen, das sich an den leistungsstärkeren Ländern orientiere, sagt Chassard. Ob das Saarland zu den Besseren gehört hat, mag er sich nur indirekt äußern: Aus seiner Sicht habe der LfS jedenfalls gut funktioniert.

Klar aber ist für Nauerz wie Chassard: Man arbeitet bis zum 31. Dezember professionell an der Umstellung. Animositäten gebe es dadurch nicht. Die Zusammenarbeit sei insgesamt sehr gut, sagt Chassard. Beide beruhigen auch in der Sache: Die begonnen Großprojekte würden wie bisher weiterlaufen. Laufende Projekte wie an der Grumbachtalbrücke oder der Bau an der Brücke am Autobahndreieck könnten reibungslos weiterlaufen. Und Werner Nauerz sieht auch keine negativen Auswirkungen auf Bau- und Planungsfirmen in der Region: Die Wirtschaftskraft werde unverändert bleiben.

Bleibt jetzt nur zu hoffen, dass die Autobahnen am Neujahrstag um 5.00 Uhr auch geräumt sind, falls es morgens um 4.00 Uhr anfängt zu schneien. Carsten Chassard ist optimistisch: Die vorhandenen drei Autobahnmeistereien seien gut gerüstet.

Ein Thema in der "Region am Mittag" am 12.12.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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