Nestlé-Zentrale in Frankfurt (Foto: imago/Mavericks)

Grundwasserspiegel in Vittel und Contrexéville sinkt

Lisa Huth   16.05.2018 | 07:51 Uhr

In den Vogesengemeinden Vittel und Contrexéville wird das weltberühmte Mineralwasser gewonnen und vom schweizer Weltkonzern Nestlé vor allem in Plastikflaschen abgefüllt. Das Unternehmen pumpt offenbar mehr Wasser ab als nachläuft. Deshalb sinkt der Grundwasserspiegel seit Jahren. Was dem Konzern Millionen bringt, wird für die Einheimischen zunehmend zum Problem.

Nestlé sorgt für Wasserknappheit in Vogesen
Audio [SR 3, Lisa Huth, 17.05.2018, Länge: 01:37 Min.]
Nestlé sorgt für Wasserknappheit in Vogesen

Nestlé zapft unterirdisch mehrere Wasservorkommen an. Die tiefste Quelle ist das Wasser, das nach Deutschland oder ins übrige Europa verkauft wird. Auf seiner Internetseit schreibt der Konzern, er habe eine Genehmigung für eine Million Kubikmeter und sei freiwillig auf 750.000 Kubikmeter herunter gegangen. Das sei aber genau das Wasserdefizit, das Jahr für Jahr entstehe, sagte Francois Fleck von der Vereinigung "Vosges Nature Environnement" dem SR.

Flüsse könnten austrocknen

Der Vorschlag jetzt: Die Bewohner von Vittel und Contrexéville bekommen ihr Wasser nicht mehr direkt vor Ort, sondern beziehen es über eine Pipeline, die über 20 bis 30 Kilomter zu den Gemeinden heran geführt werden soll. Auf Kosten der Steuerzahler. Die dortigen Reservoirs, so Fleck, kommunzieren aber mit den sie umgebenden Flüssen. Das könnte zum Austrocknen führen. Zudem gibt es ein Gesetz, das den Anwohnern Vorrang vor der Industrie gibt. Das Gesetz würde mit dem Projekt gebrochen. Über die Wasserumleitungsvorschläge soll die lokale Wasserkommission Anfang Juli abstimmen.

Nestlé pumpt zu viel Wasser ab
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 16.05.2018, Länge: 00:22 Min.]
Nestlé pumpt zu viel Wasser ab

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten am 16.05.18 berichtet.

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