Rüdiger Nehberg (Foto: Axel Heimken/dpa)

„Der Urwald ist meine zweite Heimat“

  27.08.2019 | 10:07 Uhr

Seit Wochen brennt der Urwald am Amazonas. Das mag zwar weit weg sein, betrifft uns aber direkter, als viele sich das vorstellen wollen und auch können. Abenteurer Rüdiger Nehberg, für den dieser Urwald so etwas wie sein Garten ist, blutet das Herz.

„Der Urwald ist meine zweite Heimat, ein Paradies“, sagte Nehberg im SR-Interview. „Und wenn ich das sehe, kommt es mir vor, als würde man mir mein Haus abbrennen oder meinen Garten zerstören, und ich stünde ohnmächtig davor, weil ich gegen die Übermacht nicht ankomme.“

Ungeheure Vielfalt gegen Monokultur

Interview: "Im Gegensatz zum Regenwald sind unsere Wälder Wirtschaftsobjekte"
Audio [SR 3, Interview: Michael Friemel, 27.08.2019, Länge: 05:34 Min.]
Interview: "Im Gegensatz zum Regenwald sind unsere Wälder Wirtschaftsobjekte"

Der Urwald am Amazonas unterscheide sich deutlich von europäischen Wäldern, so Nehberg. Dort gebe es eine ungeheure Vielfalt, während unsere Wälder Wirtschaftsobjekte mit Monokulturen seien. „Mich stört die Armut in diesen Wäldern.“

Nehberg kritisierte in diesem Zusammenhang auch den Braunkohletagebau. Das unterminiere die Versuche, die Rodungen in Brasilien zu bekämpfen. „Was will man solchen Leuten in Brasilien sagen, wenn die da so vorgehen?“

Lob für „Fridays for Future“

Das Bild vom Regenwald als „Lunge der Erde“ hält Nehberg für mehr als gerechtfertigt. „Man liegt da und ist so schnell ausgeruht.“ Kohlendioxid sei dort praktisch nicht vorhanden, weil es direkt umgewandelt werde. „Man atmet dort sehr guten Sauerstoff ein und braucht keine langen Ruhepausen.“

Die Regenwälder produzieren nach den Worten Nehbergs 20 Prozent des weltweiten Sauerstoffs, weitere 70 Prozent kommen von Algen. „Aber das muss zusammen wirken“, schränkt er ein. Lob findet Nehberg für die „Fridays for Future“-Bewegung. „Warum sollte man die Schule weiter so gewissenhaft besuchen, wenn man unterrichtet wird von denen, die den derzeitigen Weltzustand verursacht haben?“ Das Engagement von Greta Thunberg und den Schülern freue ihn.

Über dieses Thema hat auch SR 3 „Guten Morgen“ vom 27.08.2019 berichtet.

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