Eine ältere Frau mit Rollator steht vor einer steilen Treppe im Bahnhof (Foto: picture alliance / dpa Themendienst / Mascha Brichta)

VCD fordert Mobilitäts-Alternativen für Ältere

Mit Informationen von Stephan Deppen   21.08.2021 | 15:48 Uhr

Mobilität wandelt sich. Autos mit Verbrennermotor zunehmend in Frage gestellt. Viele steigen auf Elektromobilität um, ob Tretroller, E-Bikes oder Autos mit Batterieantrieb. Für Ältere ist die Nutzung verschiedener Verkehrsmittel aber nicht einfach. Der Verkehrsclub Deutschland fordert darum unter anderem barrierefreie Bahnhöfe und Züge.

Auto und Verkehr: Mobilität für Ältere im Straßenverkehr, in Bussen und bei der Bahn
Audio [SR 3, Stephan Deppen, 21.08.2021, Länge: 03:06 Min.]
Auto und Verkehr: Mobilität für Ältere im Straßenverkehr, in Bussen und bei der Bahn

Die Zahl der Menschen über 65 Jahre, die im Straßenverkehr zu Schaden kommen, wächst seit Jahren. Laut dem Verkehrsclub Deutschland (VCD) gehört rund ein Drittel der Verkehrstoten dieser Altersgruppe an. Das müsse in der Verkehrspolitik berücksichtigt werden.

Dabei scheint das eigene Auto auf den ersten Blick als das ideale Verkehrsmittel für Ältere: komfortabel, flexibel und einfach von Zuhause aus zu nutzen. Allerdings, so der VCD-Vorsitzende Stefan Bajohr, haben viele ihren Führerschein schon abgegeben. Andere habe gar kein Auto oder keinen Führerschein. Auch sie wollen mobil bleiben. Deswegen müsse es Alternativen zum Auto geben.

Im Saarland oft nur Treppen in Bahnhöfen

Im Saarland sind aber viele Bahnhöfe ohne Aufzug oder Rolltreppe und nur über Treppen erreichbar. Und gebe es Aufzüge, meint Bajohr, seien die unter Umständen wochenlang defekt. Das müsse sich dringend ändern.

Eine weitere Forderung des VCD: Der Verkehrsraum soll anders aufgeteilt werden. Viele Ältere seien zu Fuß unterwegs, müssten sich die Gehwege aber zunehmend mit Zweiradfahrern teilen. Der Platz müsse größer werden. Das werde den Autos auch welchen nehmen.

Persönliche Ansprache muss bleiben

Der VCD pocht auch auf Tempolimits und Rücksichtnahme auf ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen. Das müsse jetzt zum Standard aller Planungen und Infrastrukturmaßnahmen im Zusammenhang mit der Verkehrswende gehören.

Zudem müssten auch Menschen mitgenommen werden, die nicht alles über eine App buchen könnten. Dafür brauche es Anlaufstellen und Personal vor Ort. Allem digitalen Fortschritt zum Trotz dürften die analogen und persönlichen Informationsangebote nicht vernachlässigt werden.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle am 21.08.2021 berichtet.

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