Illustration zum Thema Mindestlohn (Foto: dpa)

"In Luxemburg wird sich an den Mindestlohn gehalten"

Interview: Karin Mayer   06.02.2019 | 11:43 Uhr

In Luxemburg gibt es schon lange den gesetzlichen Mindestlohn. Er beträgt knapp 12 Euro in der Stunde. Das ist der höchste in Europa.

In Luxemburg steigt der Mindestlohn regelmäßig. Das wird von den Gewerkschaften und der Politik so ausgehandelt.

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"In Luxemburg wird sich an den Mindestlohn gehalten"
Audio [SR 3, Interview Karin Mayer, 06.02.2019, Länge: 03:01 Min.]
"In Luxemburg wird sich an den Mindestlohn gehalten"
In Luxemburg gibt es schon lange den gesetzlichen Mindestlohn. Er beträgt knapp 12 Euro in der Stunde. Das ist der höchste in Europa. Er steigt regelmäßig. Das wird von den Gewerkschaften und der Politik so ausgehandelt. André Roeltgen ist der Präsident der stärksten Gewerkschaft des Landes, OGBL. In Deutschland beträgt der Mindestlohn 9,19 Euro. Die deutschen Gewerkschaften stellen aber immer wieder fest: Er wird häufig nur auf dem Papier gezahlt. Moderatorin Karin Mayer sprach mit Roeltgen über die Situation in Luxemburg.

In Deutschland beträgt der Mindestlohn 9,19 Euro. Die deutschen Gewerkschaften stellen aber immer wieder fest: Er wird häufig nur auf dem Papier gezahlt. André Roeltgen ist der Präsident der stärksten Gewerkschaft des Landes, der OGBL. Moderatorin Karin Mayer sprach mit ihm über die Situation in Luxemburg.

"Überstunden werden nicht so bezahlt"

In Deutschland, so Karin Mayer, würde häufig bei der Arbeitszeit getrickst. In Luxemburg, sagte Roeltgen, würden in so einem Fall die Betriebsräte eingreifen. Entweder über die Gewerkschaft oder über die öffentliche Arbeitsinspektion.

Allerdings stelle die OGBL fest, dass die Zahl der Überstunden in luxemburgischen Betrieben stark ansteige. Und die Überstunden würden dann nicht so bezahlt, wie es vom Gesetz oder von den Tarifverträgen er vorgesehen ist.

"60 Prozent des mittlerein Einkommens"

Grundsätzlich hält sich Luxemburg an den Vorschlag des "Europäischen Gewerkschaftsbundes". Der sieht vor, dass der Mindestlohn in der Höhe von 60 Prozent des mittleren Einkommens liegen solle.

Wegen der hohen Preise fürs Wohnen und auch für Lebensmittel erlaube aber auch der Mindestlohn von 12 Euro es den Beschäftigen nicht mehr, "ordentlich" leben zu können.

"Das luxemburgische Sozialmodell"

Das luxemburgische Sozialmodell nennt sich "Tripartite" (Dreierrunde). Es beruht auf einem kontinuierlichen Dialog zwischen Regierung, Arbeitgebern und Gewerkschaften über wichtige wirtschaftliche und soziale Fragen. Das Ziel ist es, jeweils einen Konsens zu finden.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Region am Mittag" auf SR 3 Saarlandwelle am 06.02.2019 berichtet.

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