Zwei Metallbauer schweißen ein Übungsstück (Foto: picture alliance / dpa | Waltraud Grubitzsch)

Was wurde aus den Prüfungsbeschwerden bei den Metallbauern?

mit Informationen von Yvonne Schleinhege   14.03.2022 | 12:24 Uhr

Im Herbst 2021 war es ein ziemliches Aufregerthema. Meisterschüler der Metallbauklasse hatten sich beim SR gemeldet, weil ihr gesamter Jahrgang durch eine Teilprüfung gefallen war. Auch bei den Jahrgängen zuvor waren bei den Metallbauern die Durchfallquoten besonders hoch. Was ist aus den Beschwerden und den damaligen Prüflingen geworden?

Anfang März stand bei den Metallbauern im Saarland wieder die Abschlussprüfung an.

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Was wurde aus dem Skandal um die Abschlussprüfungen der Metallbauer?
Audio [SR 3, Yvonne Schleinhege(c) SR, 14.03.2022, Länge: 03:08 Min.]
Was wurde aus dem Skandal um die Abschlussprüfungen der Metallbauer?

Bernd Reis, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer (KWK) erklärte, dass bei diesem Prüfungstermin auch diejenigen teilnehmen durften, die damals durchgefallen waren. Diese Chance sollen auch einige Meisterschüler angenommen haben. Allerdings nicht die vier Meisterschüler, die im Herbst die hohe Durchfallquote in ihrem Jahrgang öffentlich gemacht hatten.

Zu ihnen gehört auch Dirk Tietze. Ihm sei das Risiko zu groß gewesen, erneut durchzufallen, sagt er: "Wir haben da echt viel Staub aufgewirbelt und sind da etlichen Leuten auf die Füße getreten". Zudem habe man schlicht und einfach das Vertrauen, vor allem in die Handwerkskammer, verloren.

HWK hat Abläufe optimiert

Bernd Reis, Hauptgeschäftsführer der HWK des Saarlandes (Foto: SR)
Bernd Reis, Hauptgeschäftsführer der HWK des Saarlandes

Bei der HWK bemüht man sich indes um Schadensbegrenzung. "Es gab in der Tat Anlass, mal zu hinterfragen, warum ist es gerade im Bereich "Metall" so, dass dort die Durchfallquoten höher sind als in anderen Gewerken, sagt Hauptgeschäftsführer Reis. Man habe sich der Sache angenommen und inzwischen auch Konsequenzen gezogen. Die Kommunikation zwischen Dozenten und Ausschussmitgliedern sei deutlich verbessert worden. Die Vorbereitung auf die Meisterprüfung sei optimiert, Prüfungsniveau und Aufgabenstellung seien aneinander angepasst worden.

Kritik gab es im Herbst auch an der Zusammensetzung des Prüfungsausschusses – insbesondere an dem Ausschussvorsitzenden. Hier gab es keine Veränderungen. Im Juni steht ohnehin eine Neubesetzung an. Hintergrund ist eine Novelle der Handwerksordnung.

Meisterschüler hoffen weiter auf Entschädigung

Den vier ehemaligen Meisterschülern reichen diese Nachbesserungen allerdings nicht. Sie haben Widerspuch gegen die Prüfung eingelegt - auch in der Hoffnung auf eine Entschädigung, so Lukas Hennrich: "Ich habe ein Jahr mit der Arbeit aufhören müssen, Lohn verloren, dann musste ich die Schule finanzieren- also, da ist schon einiges zusammen gekommen." Die vier Meisterschüler kämpfen also weiter.

Prüfung habe Anforderungen entsprochen

Das Wirtschaftsministerium als zuständige Kammeraufsicht hat inzwischen ein Gutachten zur Prüfung vorgelegt. Im Auftrag des Ministeriums wurde dies von der Metallbauabteilung der Meisterschule für Handwerk in Kaiserslautern erstellt. Das Ergebnis: Die Prüfung habe den Anforderungen entsprochen. "Die Aufgabenstellungen waren übersichtlich und strukturiert gestaltet und grundsätzlich in der vorgegebenen Bearbeitungszeit lösbar."

Problem der umfangreichen Aufgabenstellung

Allerdings, so wird eingeräumt, sei die Aufgabenstellung sehr umfangreich gewesen, wodurch es "möglicherweise zu Zeitproblemen kommen konnte."

Genau das ist auch der Kritikpunkt der vier Metallbauer. Es wäre nie darum gegangen, dass die Prüfung zu schwer gewesen sei, sondern, ob sie in der vorgegebenen Zeit machbar gewesen wäre. Diesen Aspekt wollen die vier Meisterschüler nun noch einmal selbst untersuchen und sogar ein eigenes Gutachten erstellen lassen. Für sie ist die Geschichte nämlich noch lange nicht abgeschlossen.

Ein Thema in der "Region am Mittag" am 14.03.2022 auf SR 3 Saarlandwelle.

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