Auwald (Foto: pixabay)

Merzig will einen Auwald

Oliver Buchholz   30.03.2020 | 12:46 Uhr

Das Klima schützen, etwas für die Artenvielfalt tun und die Stadt auch noch touristisch aufwerten, das will der Merziger Stadtrat mit der Schaffung eines sogenannten „Auwaldes“. Worum es geht und wie der Stand der Dinge ist, das fasst SR-Reporter Oliver Buchholz zusammen.

Ein Auwald in Merzig - der Vorschlag kommt von den Grünen im Merziger Stadtrat. Auwälder sind Wälder, die in Überschwemmungsgebieten von Bächen oder Flüssen oder in Gebieten mit hohem Grundwasserstand liegen. Sie sind Heimat zahlreicher Tier- und Pflanzenarten und leisten zudem gute Dienste beim Hochwasserschutz.

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Merzig will einen Auwald
Audio [SR 3, Oliver Buchholz, 30.03.2020, Länge: 03:03 Min.]
Merzig will einen Auwald

Die Grünen im Merziger Stadtrat haben den Vorschlag eingebracht, in Merzig einen Auwald anzulegen. Ursprünglich hatten die Grünen dabei nur städtische Flächen im Blick - insbesondere die 23 Hektar entlang der Saar bei Besseringen, Ballern und Hilbringen. Der Stadtrat hat den Vorschlag nicht nur einstimmung angenommen, sondern er geht sogar weiter. Er hat beschlossen, dass auch private Flächen geprüft werden sollen - zum Beispiel Land, das zurzeit vor allem von der Landwirtschaft genutzt wird.

Wann die Prüfung abgeschlossen sein wird, kann Bürgermeister Markus Hoffeld noch nicht sagen. Für Johannes Weiten, den stellvertretenden Fraktionsvorsitzende der Grünen im Merziger Stadtrat, steht aber jetzt schon fest: Für den Hochwasserschutz sei ein Wald wesentlich sinnvoller als platte Rücklaufflächen, denn die Bäume würden die Fließgeschwindigkeit bremsen und die Pflanzen zusätzlich Wasser speichern. Und teuer wäre die Schaffung auch nicht. Die Grünen rechnen mit circa 50.000 Euro, wovon über 90 Prozent bezuschusst werden könnten.

Doch egal wie viel Geld man in Merzig in die Hand nehmen will: So ein Wald braucht Zeit. Den richtigen Auenwald könnten wohl erst die Enkelkinder erleben, aber mit der entsprechenden Bepflanzung könnte man schon in zehn bis 15 Jahren eine Struktur erkennen, sagt Johannes Weiten.

Ein Thema in der "Region am Mittag" am 30.03.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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