Manuela Ripa im Interview (Foto: SR)

"Ein Weiter so ist für die Industrie der falsche Weg"

Die Saarländerin Manuela Ripa sitzt für die ÖDP im Europaparlament

Interview: Renate Wanninger / Manuela Ripa   08.08.2020 | 12:12 Uhr

Seit fast einem Monat sitzt wieder eine Abgeordnete aus dem Saarland in Brüssel. Die Saarbrückerin Manuela Ripa ist für die Ökologisch-Demokratische Partei, ÖDP, ins Europäische Parlament nachgerückt. Ein Gespräch über die ersten Wochen und ihre Ziele.

Parallel zum Einrichten des Büros und Einarbeien gab es bereits erste Anfragen, berichtet Ripa, etwa zur Umsetzung von Richtlinien. Oder auch besorgte Bürger, die ihr zum Thema Flächenversiegelung geschrieben haben, eines ihrer Kernthemen.

Ein Gespräch mit der ÖDP-Abgeordneten im Europa-Parlament, Manuela Ripa.

Ripa sagt, im Europäischen Parlament wolle sie saarländische Themen ansprechen, etwa die Dekarbonisierung des Stahlsektors, oder auch, dass sich die Automobilzuliefererindustrie mehr auf Elektromobiliät ausrichte. Wichtig sei ihr auch, den Ökolandbau weiter auszubauen.

Für Dekarbonisierung der Industrie

Die Politik des "Weiter so" sei der falsche Weg. So habe der ÖVP-Vorsitzende, Manfred Weber gesagt, die Wirtschaft müsse sich jetzt erstmal erholen. Ein "Weiter so" bedeute aber, an dem Ast zu sägen, auf dem die Menschheit sitze. Die Lebensgrundlage müsse erhalten werden.

Was Manuela Ripa oft in der Politik vermisst, ist das Gesamtbild, also etwa den Artenschutz zu retten. Die Industrie zu dekarbonisieren sei genauso wichtig, um die Klimaerwärmung zu drosseln.

Gegen Massentierhaltung

Ripa ist in drei EP-Ausschüssen vertreten, die, wie sie sagt, für ihre Themen stehen: Zum einen im Industrieausschuss, da könne sie die Dekarbonisierung der Industrie angehen.

Zum anderen im Umweltausschuss. Da werde es sie darum gegen Massentierhaltung vorgehen. Außerdem werde sie sich für weniger Umweltgifte in Plastik einsetzen. Im internationalen Handelsausschuss schließlich wird es, so Ripa, zum Beispiel darum gehen, für Tarife oder Grenzausgleichssteuern zu sorgen, die heimische, umweltfreundliche Produktionen vor der Billigkonkurrenz aus dem Ausland schützen.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Region am Mittag" auf SR 3 Saarlandwelle am 08.08.2020 berichtet.

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