Marine Le Pen, Rassemblement National (RN) (Foto: IMAGO / PanoramiC)

Rechte schneiden auch in Grenzregion stark ab

mit Informationen von Lisa Huth   20.06.2022 | 06:44 Uhr

Bei der Parlamentswahl in Frankreich hat das Lager von Präsident Emmanuel Macron die absolute Mehrheit verloren. Der Linkspolitiker Mélenchon und Le Pens Rassemblement National (RN) verzeichnen starke Zugewinne. Der RN konnte auch hier in der Grenzregion Wahlkreise gewinnen.

Frankreichs wiedergewählter Präsident Emmanuel Macron und sein Wahlbündnis haben bei der Parlamentswahl eine herbe Schlappe kassiert.

Nach dem vorläufigen Endergebnis kommt sein Mitte-Bündnis auf nur noch 245 Parlamentssitze und hat damit die absolute Mehrheit in der Nationalversammlung verfehlt. Dafür wären 289 Mandate nötig gewesen.

Stärkste Oppositionskraft ist das neue Linksbündnis Nupes von Jean-Luc Mélenchon mit 131 Sitzen. Der rechtsextreme Rassemblement National von Marine Le Pen erzielt mit 89 Mandaten ein starkes Ergebnis.

Fankreichs Parlamentswahl: ein regionaler Blick
Audio [SR 3, (c) SR 3 Lisa Huth, 20.06.2022, Länge: 01:21 Min.]
Fankreichs Parlamentswahl: ein regionaler Blick

Regierung muss Partner suchen

Das sind deutliche Verluste für das Präsidentenlager, das Regieren wird damit für Macron deutlich schwerer. Mit einer nun nur noch relativen Mehrheit sind der Präsident und die Regierung gezwungen, Unterstützung aus den anderen Lagern zu suchen.

Eine Regierungssprecherin sagte, man werde nun mit allen moderaten Parteien sprechen und wende sich an jene, "die das Land voranbringen wollen".

Moselle: Erfolge für Rechte

Auch in der Grenzregion zum Saarland hat der Rassemblement National von Marine Le Pen Erfolge gefeiert. Der RN gewann im lothringischen Departement Moselle drei von neun Wahlkreisen.

Marine Le Pen hatte entlang der Grenze zum Saarland Schwergewichte der Partei als Kandidaten aufgestellt, diese Taktik ging offenbar auf:

Der Schatzmeister der Partei, Kévin Pfeffer, hat den Wahlkreis Forbach gewonnen. Der Marketing-Chef der Partei, Alexandre Loubet, siegte in Sankt Avold und der Fraktionschef des RN im Regionalrat, Laurent Jacobelli, gewann den Wahlkreis Thionville West.

Laurent Jacobelli, Fraktionschef des Rassemblement National (RN) im Regionalrat (Foto: Imago/Hans Lucas)
Laurent Jacobelli, Fraktionschef des RN im Regionalrat

Im Elsass Zuspruch für Macrons Lager

Im Elsass ist das Bild hingegen ganz anders: Hier hat vor allem die Präsidentenpartei abgeräumt mit einer großen Ausnahme: In Straßburg hat das links-grüne Bündnis Nupes zwei Sitze erringen können.

Überblick: Wahlverhalten Grand-Est

Insgesamt liegt in Grand-Est, das aus den Départements Elsass, Lothringen und Champagne-Ardennes besteht, das Lager von Macron vorne. In 16 Wahlkreisen, vor allem im Elsass, holten die Kandidaten von Präsident Macron die Sitze fürs Parlament.

Direkt dahinter liegen die Bürgerlich-Konservativen mit zwölf Sitzen. Zehn Sitze errang der Rassemblement National.

Das Département Meurthe-et-Moselleist sich in seinem Ausnahme-Wahlverhalten treu geblieben: Dort wurde überwiegend Links gewählt. Traditionell wählt der größte Teil der Wählerinnen in Grand Est eher konservativ. So setzten sich die Linksaußen-Kandidatinnen von Nupes im Rest der Region nur noch in Metz und Straßburg durch.

Über dieses Thema berichteten auch die SR-Hörfunknachrichten am 19.06.2022.


20.06.2022, 11:25 Uhr

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hieß es, Laurent Jacobelli gewann den Wahlkreis Sarrebourg. Es ist aber der Wahlkreis Thionville West. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

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