Förderturm in Luisenthal (Foto: SR)

Ein Masterplan auf Halde

Stephan Deppen   02.07.2018 | 16:15 Uhr

Vor 13 Jahren war die letzte Seilfahrt auf dem Bergwerk Luisenthal. Danach wollte das Unternehmen RAG Luisenthal zum Premiumstandort unter anderem für neue Wirtschaftsansiedlungen machen. Seit Jahren gibt es auch ein Stadtteilentwicklungskonzept für den Völklinger Stadtteil - aber getan hat sich bisher nichts. Die CDU Luisenthal hat jetzt Parteifreund und Ministerpräsident Tobias Hans angeschrieben, um die Dinge mal ans Laufen zu bringen.

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Luisenthal - ein Masterplan auf Halde
Audio [SR 3, Stephan Deppen, 02.07.2018, Länge: 03:03 Min.]
Luisenthal - ein Masterplan auf Halde

Ulrike Müller will nicht resignieren. Seit Jahren setzt sich die CDU-Kommunalpolitikerin für ihren Stadtteil Luisenthal ein. "Wir haben eine neue Verwaltungsspitze, wir haben eine neue Landesregierung und da wollten wir nochmal an uns erinnern", sagt sie. Erinnern an den Ortsteil mit dem sanierungsbedürftigen Bahnhof, die fehlende Fußgängerüberquerung der Bahngleise, die verlassene Tagesanlage der ehemaligen Grube.

Seit Jahren passiert nichts

Seit Jahren wird geplant und diskutiert, bis hin zu einem Masterplan, der 2015 erstellt wurde. Passiert ist bisher aber nichts. Der Grund? Natürlich das liebe Geld. Und dass jeder den anderen in der Pflicht sehe, sagt Müller.

Es gibt drei Beteiligte: die Stadt Völklingen, das Land und die RAG. Deren Vertreter Rudolf Krumm sieht die Sache so: Die Aussage sei leider gewesen, "dass seitens der Landesregierung keine Finanzierung zur Verfügung gestellt wird und die Stadt sah sich auch nicht in der Lage, in größerem Umfang hier Maßnahmen zu finanzieren".

RAG und das Areal Tagesanlage

Für die RAG bedeute dies, dass die Maßnahmen durchgeführt würden, die die RAG finanzieren könne: Wohnraum, würdige Gedenkstätte für die Opfer des Grubenunglücks von 1962, dazu landschaftliche Aufwertung. Das seien die Aufgaben für das Areal Tagesanlage.

Aktuell sei man dabei, sich um den Abriss der Kohleaufbereitung zu kümmern, sagt Krumm. "Mit den Arbeiten soll in der zweiten Jahreshälfte begonnen werden" und die RAG wolle die Arbeiten so durchführen, dass die Umsetzung des Masterplans jederzeit möglich sei. Hinzu kommen Sicherungsmaßnahmen für die Halde, auch der unklare künftige Umgang mit dem Grubenwasser müsse berücksichtigt werden.

Und was sagen Landesregierung und Stadt?

Manches kann also schon getan werden, anderes muss warten, bis die Anlage aus der Bergaufsicht entlassen ist. Alles, was im öffentlichen Raum getan werden kann, so RAG-Mann Krumm, sei aber davon unabhängig.

Die Saarbrücker Staatskanzlei erklärt auf Anfrage, die bergrechtlichen Fragen müssten geklärt werden. Man sei im Kontakt, aber die Dinge lägen nicht allein in der Hand der Landesregierung.

Von der Stadt Völklingen war keine offizielle Stellungnahme zu bekommen. Aber es ist kein Geheimnis, dass auch in Völklingen das Geld knapp ist. Auf die Frage nach den Aktivitäten für Luisenthal des bisherigen Oberbürgermeisters Lorig, der ja wie sie der CDU angehört, antwortet Ulrike Müller mit beredtem Schweigen.

Über dieses Thema wurde auch in der "Region am Nachmittag" am 02.07.2018 auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.

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