Die Grafik zeigt das Ergebnis zur Sonntagsfrage im aktuellen Saarlandtrend (Foto: infratest dimap)

"Für alle kleinen Parteien geht es ums schiere politische Überleben"

Ein Kommentar von Janek Böffel   18.03.2022 | 07:12 Uhr

Es gibt einen neuen Deutschlandtrend. Und der sieht weiter klar die SPD im Saarland vor der CDU, auch wenn die leicht aufholen kann. Doch während die beiden hierzulande zusammen wieder auf fast 70 Prozent kommen, müssen aktuell alle kleinen Parteien um den Einzug in den Landtag bangen. Und genau das muss Sorgen bereiten, auch wenn viele Probleme hausgemacht sind, findet Janek Böffel in seinem Kommentar.

Sechs Prozent, Fünf Prozent, fünf Prozent, vier Prozent. Vier Zahlen, vier kleine Zahlen, die doch große Sorgen bereiten müssen. Für alle kleinen Parteien geht es ums schiere politische Überleben und für die Demokratie hierzulande vielleicht um noch viel mehr.

"Für alle kleinen Parteien geht es ums schiere politische Überleben"
Audio [SR 3, Janek Böffel, 18.03.2022, Länge: 01:41 Min.]
"Für alle kleinen Parteien geht es ums schiere politische Überleben"

Kleine Parteien, kleine Zahlen

Es geht um die Frage, ob es nach dem 27. März überhaupt eine seriöse Opposition im saarländischen Landtag geben wird.

Das Saarland hat gerade erst fünf Jahre hinter sich, in denen die große Koalition 80 Prozent der Abgeordneten gestellt hat. 80 Prozent. Der Rest: eine zerfallende Linke, bemüht, aber müdegewirtschaftet am eigenen Streit und eine AfD, die oft nur knapp an der Arbeitsverweigerung vorbeischrammte. So kann Parlamentarismus nicht funktionieren.

Zweikampf zwischen CDU & SPD

Natürlich, es gibt Erklärungen. Selten war ein Wahlkampf so sehr auf das Duell um die Staatskanzlei reduziert. Auf das Duell der beiden Großen. Da bleibt kaum Raum für die Kleinen.

Und ja, es gibt auch strukturelle Gründe. Das Saarland ist eben geprägt vom mal tatsächlichen, oft aber auch nur scheinbaren Dualismus von CDU und SPD. Keine der kleinen Parteien hat ausreichend Stammklientel, um allein daraus genug Stimmen zu ziehen.

"Saarland kaum weniger als eine oppositionelle Bananenrepublik"

Doch auch das gehört zur Wahrheit. All das entschuldigt nicht, wie sich die kleinen Parteien mit Ausnahme der FDP in den vergangenen Jahren präsentiert haben. Das Saarland kaum weniger als eine oppositionelle Bananenrepublik.

Wer sich so zerfleischt, bekriegt und zerlegt, und dieses Land im Rest der Republik lächerlich macht, wie es Linke, Grüne und AfD getan haben, braucht sich nicht wundern. Die Kleinen stehen im Moment gerade am Rande genau der Grube, die sie sich selbst geschaufelt haben.

Opposition nötig

Doch so wenig falsches Mitleid angebracht ist, so wenig ist es Häme. Denn wenn die vergangenen fünf Jahre eines gezeigt haben, dann wie bitter nötig dieses Land eine Opposition braucht, die diesen Namen auch verdient.

Ein Kommentar von Janek Böffel


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