Fähnchen und Windräder mit dem Logo der Partei Die Linke (Foto: picture alliance/dpa | Lino Mirgeler)

In der saarländischen Hochburg der Linken

mit Informationen von Markus Person   09.03.2022 | 12:50 Uhr

Unsere Reporter haben sich aufgemacht in die Hochburgen der Parteien auf der Suche nach Menschen, die schon ganz genau wissen, welche Partei sie wählen. Diesmal geht es nach Neunkirchen. Hier hat die Linkspartei bei der vergangenen Landtagswahl überdurchschnittlich viele Stimmen geholt. SR-Reporter Markus Person hat mit Linken-Wählerinnen und -Wählern über ihre Beweggründe gesprochen.

Neunkirchen könnte man als Hochburg der Saar-Linken bezeichnen. Denn hier schnitt die Partei bei der vergangenen Landtagswahl überdurchschnittlich gut ab. Wie sieht es bei der kommenden Wahl aus? Was bewegt die Wählerinnen und Wähler der Linken hier?

Mehr soziale Gerechtigkeit

In der saarländischen Hochburg der Linken
Audio [SR 3, Markus Person, 09.03.2022, Länge: 03:06 Min.]
In der saarländischen Hochburg der Linken

Am Aschermittwoch hatten die Saar-Linken in Neunkirchen zu einer Parteiveranstaltung mit der Partei-Co-Vorsitzenden Janine Wissler in die Neunkircher Gebläsehalle geladen. Es kamen nicht nur Parteimitglieder und Funktionäre. Auch der noch 17-jährige Finn war hierher gekommen und spricht darüber, warum er die Linken wählen möchte: "Ich finde, dass in ganz vielen anderen Parteien das Soziale etwas hinten runter fällt", sagt der Schüler. Er wolle mehr soziale Gerechtigkeit.

Er habe sich sich schon immer für parlamentarische Arbeit interessiert und deshalb auch ein Praktikum im Landtag gemacht. Mit dem aktuellen Wahlprogramm habe sich der Erstwähler zwar noch nicht beschäftigt, aber das Grundsatzprogramm finde er gut, zum Beispiel, "dass weniger in Militär gepumpt werden soll". Finn findet, dass sei nämlich ein Teil des Problems.

Energiewende und finanzielle Entlastung

Die sozialen Ansichten der Partei haben die 73 Jahre alte Rosemarie und ihren Partner erstmals zu einer Linken-Veranstaltung gelockt. Die Hausfrau und Mutter erzählt, sie habe sich schon immer für Politik interessiert und sei früher treue SPD-Wählerin gewesen. Was sie bei den Linken nun anspreche, sei das Programm. "Das ist alles das, was ich mir vorstelle." Dazu gehöre für sie auch die Energiewende. Sie wünscht sich, "dass das alles schneller geht." Auch Entlastung bei den Preisen sei ein Thema für sie, sei es im Kindergarten, Hort oder im Gesundheitswesen.

Mehr soziales Engagement

Auch der 18-Jährige Niklas ist erstmals auf einer Parteiveranstaltung. Er glaubt, dass er mit der Linken die richtige Partei für seine erste Landtagswahl gefunden hat: Zwar gebe es auch bei anderen Parteien ein soziales Engagement, aber gerade die Linken fokussierten sich "auf das Wichtige im sozialen Umfeld, auf die soziale Demokratie."

Niklas arbeitet im IT-Bereich als Vertriebsassistent im Personalmanagement - und dort habe er schnell gemerkt, "dass man ganz schnell das Augenmerk für das Wichtige im Leben verliert, sprich für das soziale Engagement, für das soziale Leben."

Deshalb will er die Partei mit seiner Stimme bei der Landtagswahl unterstützen - genau wie auch Rosemarie und Finn.

Skepsis wegen Zerstrittenheit der Saar-Linken

Für Skepsis sorgt die jüngere Parteivergangenheit der Saar-Linken mit dem Kampf zwischen dem Lafontaine- und dem Lutze-Lager. Rosemarie und Finn sind da durchaus kritisch.

"Ich finde diese Zerstrittenheit zwischen den Lagern relativ schlecht für die Partei", sagt Finn. Und Rosemarie ergänzt: "Ich war sehr für Lafontaine - er hat ja viel Gutes getan." Aber heute könne sie sich nicht mehr für Lafontaine begeistern: "Er wär besser manchmal ruhig." Aber der Parteigründer steht am 27. März ja auch nicht mehr zu Wahl.

Ein Thema in der "Region am Mittag" am 09.03.2022 auf SR 3 Saarlandwelle

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