AfD (Foto: picture alliance / dpa | Markus Scholz)

In der saarländischen Hochburg der AfD

Lisa Krauser   08.03.2022 | 12:25 Uhr

Unsere Reporter haben sich aufgemacht in die Hochburgen der Parteien auf der Suche nach Menschen, die schon ganz genau wissen, welche Partei sie wählen. Diesmal geht es nach Homburg. Hier hat die AfD bei der vergangenen Landtagswahl überdurchschnittlich viele Stimmen geholt. SR-Reporterin Lisa Krauser hat dort zwei AfD-Wählerinnen getroffen und mit Ihnen über ihre Beweggründe gesprochen.

Unterwegs in der Homburger Innenstadt. Hier hat die AfD bei der Landtagswahl 2017 8,7 Prozent der Stimmen geholt. Saarlandweit waren es 6,2 Prozent. Und tatsächlich muss man nicht lange suchen, um AfD-Wählerinnen und Wähler in Homburg zu finden.

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Auf der Suche nach Wähler und Wählerinnen der AfD
Audio [SR 3, Lisa Krauser, 08.03.2022, Länge: 02:51 Min.]
Auf der Suche nach Wähler und Wählerinnen der AfD

"Die anderen sagen immer, es wird besser und es wird nicht besser"

Eine junge Frau mit Kinderwagen will ihr Kreuzchen ganz sicher bei der AfD machen. Sie ist 23 Jahre alt, Mutter von zwei Kindern - das jüngste, ein Mädchen von fünf Monaten, liegt vor ihr im Kinderwagen. Die AfD sei zwar nicht die beste Partei, aber ihrer Meinung nach die beste, die sich für die Leute einsetze. Inwiefern sich die AfD für die Leute einsetzt, kann sie nicht sagen. Auch nicht, was sie sich konkret von der Partei erhofft, die vom Verfassungsschutz in Teilen als rechtsextrem eingestuft ist. Es soll einfach alles besser werden mit der AfD - sagt sie. "Dass sie die Leute aufklären. Die anderen sagen immer, es wird besser und es wird nicht besser. Ich denke, dass die sich da mehr einsetzen."

Politikerinnen und Politiker der AfD kennt die junge Mutter nicht. Aber in ihrem Umfeld würden nun mal viele die AfD wählen. "Eigentlich fast meine ganze Familie - außer meine Oma."

"Ich denke, die sind zu unseren Leuten besser"

Ein paar Minuten vorher eine Begegnung mit einer Rentnerin, die bei der Landtagswahl auch die AfD wählen will. Eine blonde Frau Anfang 60, mit buntem Schal und Spängchen im Haar. "Ich denke, die sind zu unseren Leuten besser", sagt sie. Es gebe so viele arme deutsche Kinder und auch die Rentnern hätten nicht viel. Für die werde von den anderen Parteien nichts getan, nur für die Flüchtlinge, sagt sie. "Das ist nicht richtig."

Auf die Frage, ob sie es nicht bedenklich findet, dass die AfD Unterschiede zwischen Menschen macht und rechtsextremes Gedankengut verbreitet, wiegelt sie ab. Das möge sich nicht, sagt sie. Sie wolle nur, "dass für unsere Leute auch mal was getan wird, nicht immer nur für die anderen." Sie kenne genug Ausländer. "Ich bin nicht ausländerfeindlich, um Gottes Willen, aber die Flüchtlinge, die haben mehr als wir."

Mit anderen Parteien hat die Rentnerin abgeschlossen. Deshalb bliebe ihr ja nichts anderes, als die AfD zu wählen. Und sie würde viele kennen, die so denken.

Ein Thema in der "Region am Mittag" am 08.03.2022 auf SR 3 Saarlandwelle

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