ÖPNV Saarbrücken (Foto: SR)

Linke fordert neuen ÖPNV

Stephan Deppen   02.08.2018 | 16:45 Uhr

Busse, die zu früh oder zu spät abfahren oder auch mal gar nicht kommen, Anschlüsse, die nicht passen, dazu ein eher gehobenes Preisniveau. Keine Frage: Im saarländischen ÖPNV gibt es viel zu verbessern. Die Linksfraktion im Saarländischen Landtag hat nun eine Reihe von Forderungen formuliert.

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Die Linke will einen neuen ÖPNV im Saarland
Audio [SR 3, Stephan Deppen, 02.08.2018, Länge: 03:07 Min.]
Die Linke will einen neuen ÖPNV im Saarland

Die Linke im Saarländischen Landtag fordert einen grundlegenden Umbau des Öffentlichen Nahverkehrs im Saarland. Derzeit sei der ÖPNV im Saarland zersplittert, teuer und unattraktiv. Das wolle man ändern, sagen die Abgeordneten Flackus und Schramm von den Linken. Das Ziel sei: einfache Strukturen, attraktive Preisstruktur und deutlicher Ausbau. Und dieses Ziel ist mit ganz konkreten Vorschlägen zu Veränderungen beim ÖPNV verbunden.

Trägerschaft in einer Hand

Video [aktueller bericht, 02.08.2018, Länge: 3:03 Min.]
Linke macht Vorschläge zum ÖPNV

Zunächst sollte die Trägerschaft für Busse und Bahnen landesweit im Wirtschaftsministerium angesiedelt werden - also eine Zuständigkeit statt 17 private und öffentliche Verkehrsunternehmen, die den ÖPNV im Saarland derzeit organisieren. „Ein Land, ein Betrieb, das wäre ein deutlicher Fortschritt“, sagt Astrid Schramm, die stellvertretende Fraktionsvorsitzende. „Das Land sollte künftig Aufgabenträger sowohl für den Schienen-Nahverkehr als auch für Busse und Straßenbahnen werden und die Planung, Vergabe und Genehmigungskompetenzen beim Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr gebündelt werden. Dann könnte es eine klare landesweite Planung für die Weiterentwicklung des ÖPNV geben."

Ausbau des ÖPNV - vor allem auf dem Land

Insbesondere auf dem Land müsste der ÖPNV ausgebaut statt ausgedünnt werden. Öffentlicher Personennahverkehr sei Teil der Daseinsvorsorge, die der Staat für seine Bürger betreiben müsse, so die Linke. "Zahlreiche Studien belegen, dass ein gut ausgebautes und getaktetes ÖPNV-System zwar Geld kostet, gesamtgesellschaftlich aber günstiger ist als der jetzige und zunehmende Autoverkehr und seine Folgen", so Schramm.

Besseres Preissystem

Damit der ÖPNV im Saarland attraktiver werde, müsste auch an einem besseren Preissystem gearbeitet werden, so Schramm. „Die derzeitige Wabenstruktur ist zu kleinteilig, unübersichtlich und für viele Fahrgäste unnötig teuer“, sagt Schramm. Die Fahrpreise seien in den letzten Jahren immer weiter erhöht worden und würden viele mögliche Kunden abschrecken. Der Anteil der Berufstätigen, der im Saarland den ÖPNV auf dem Weg zur Arbeit nutzten, sei nur halb so hoch wie bundesweit.

Bessere Arbeitsbedingungen

Auf Bundesebene müsste der Vorrang der Eigenwirtschaftlichkeit bei der Vergabe von Verkehrslinien abgeschafft und außerdem einheitliche Tarifverträge verbindlich werden. „Solange die Arbeitsbedingungen für die Busfahrer und das Bahnpersonal so bleiben, wird es schwer, ausreichend Personal zu finden“, sagt Flackus. „Schichten von zwölf Stunden, von denen nur sechs bezahlt werden, weil nur Lenkzeiten berücksichtigt werden, sind unzumutbar. Zumal die Bezahlung insgesamt ohnehin vergleichsweise bescheiden ist. Dazu kommen wachsender Druck und eine kaum vorhandene Planbarkeit der Schichten. Hier muss sich einiges ändern.“

Ticketfreier ÖPNV am Wochenende

Um mehr Menschen für einen Umstieg auf Bus und Bahn zu gewinnen, wäre ticketfreier Nahverkehr sicherlich die beste Lösung. Dazu gebe es bundesweit schon einige Modelle. In einem ersten Schritt wäre aber schon viel getan, wenn alle Busse und Bahnen samstags für alle kostenfrei fahren würden, wie das in Luxemburg der Fall ist. Dann könnte man auch das große Potential erkennen, dass der öffentliche Nahverkehr im Saarland eigentlich habe, so Flackus.

Über dieses Thema wurd auch in der "Region am Nachmittag" am 02.08.2018 auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.

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