Reaktionen auf Bertelsmann-Studie zum Grundschullehrer-Mangel

Reaktionen auf die Bertelsmann-Studie zum Grundschullehrer-Mangel

Audio [SR 3, Christine Alt, 09.09.2019, Länge: 01:01 Min.]

Christine Alt   09.09.2019 | 13:10 Uhr

Lehrerverbände und -gewerkschaft werfen der Landesregierung Versäumnisse beim Thema Lehrermangel an Grundschulen vor. Anlass ist die neue Bertelsmann-Studie zu dem Thema. Der Saarländische Lehrerinnen- und Lehrerverband fragt, wieso eine solche Studie überhaupt nötig sei, um die Politik wachzurütteln.

Kommentar
"Berechtigt ist die Kritik an der Lehrerausbildung"
Bis 2015 fehlen in Deutschland mindestens 26.000 Grundschullehrer - 11.000 mehr, als die Kultusministerkonferenz bisher in ihren Planungen zugrunde gelegt hat. Das berichtet am 9. September die Bertelsmann-Stiftung mit Verweis auf Berechnungen des Statistischen Bundesamtes. Die Kultusministerkonferenz hat diese Entwicklung im Kern bestätigt, will im Herbst eigene neue Berechnungen vorlegen. Die Studie hat zahlreiche Reaktionen hervorgerufen mit der Kernforderung: Die Bundesländer sollten mehr gehen den Lehrermangel tun. Dazu ein Kommentar von SR-Reporter Stephan Deppen.

Ärgerlich sei das, sagt Birgit Jenni, die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) im Saarland. Die bundesweit steigenden Geburtenzahlen lägen schließlich vor und auch die Bevölkerungsprognose des Statistischen Bundesamts. Auf beides beziehen sich die Forscher in der Bertelsmann-Studie.

Die Forscher werfen der Kultusministerkonferenz vor, den Lehrermangel an Grundschulen bis 2025 um mindestens 11.000 Lehrer bundesweit zu unterschätzen. Es fehlen laut der Studie bis dahin bundesweit mehr als 26.000 Grundschullehrer.

Die Lehrervertreter kritisieren, Bildungspolitik werde schon seit Jahrzehnten viel zu kurzsichtig betrieben. Es sei deshalb auch ein Fehler gewesen, dass die Zahl der Studienplätze für das Grundschullehramt an der Saar-Uni vor kurzem noch gekürzt wurde. Die Lehrervertreter und auch die saarländischen Grünen fordern nun dringend mehr Studienplätze.

Außerdem sei es eine sehr schlechte Lösung für alle Beteiligten, dass seit Jahren der Mangel an Grundschullehrern im Saarland damit überbrückt werde, dass 100 Stellen mit Personal besetzt werde, das meist fürs Gymnasium studiert und noch kein Referendariat habe, so die saarländische GEW-Vorsitzende. Die Leute retteten zwar den Unterricht an den Grundschulen, seien aber häufig überfordert. Die Grundschule müsse als wichtige Basis für die schulische Bildung dringend besser finanziert werden.

Ein Thema in der SR 3-"Rundschau" am 09.09.2019.

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