Traktor mit Heumaschine im frisch gemähtem Gras. (Foto: picture alliance / Countrypixel | FRP)

"Billige Preise gehen zu Lasten der Bauern und der Tiere"

mit Informationen von Nadine Thielen   06.07.2021 | 09:18 Uhr

Die "Zukunftskommission Landwirtschaft" überreicht Kanzlerin Merkel einen Bericht zur Zukunft der Landwirtschaft. Die dreißig Verbände, die daran mitgewirkt haben, sind sich einig: Es muss sich schleunigst was tun.

"Wir machen ganz klar, dass der Umbau der Landwirtschaft hin zu mehr Klimaschutz Geld kostet und eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist", sagt Elisabeth Fresen, Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft, im SR-Gespräch. Damit verbunden seien Preissteigerungen vor allem für Fleischprodukte, denn die billigen Preise gingen zu Lasten der Bäuerinnen und Bauern und zu Lasten der Tiere.

"Billige Preise gehen zu Lasten der Bauern und der Tiere"
Audio [SR 3, (c) SR/Nadine Thielen, 06.07.2021, Länge: 03:19 Min.]
"Billige Preise gehen zu Lasten der Bauern und der Tiere"
Es muss sich schleunigst was tun. Elisabeth Fresen, Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft, erklärt im Gespräch mit SR-Moderatorin was genau.

Damit sich aber alle Menschen Fleisch noch leisten können, fordert Fresen eine Anhebung der staatlichen Sozialleistungen. Insgesamt soll aber weniger Fleisch gegessen werden.

Damit sich etwas ändert in der Landwirtschaft, muss aber vor allem die EU aktiv werden. Aktuell ist es so, dass Bauern pro Hektar Land Subventionen erhalten, unabhängig davon, wie die Fläche genutzt wird. Die "Zukunftskommission Landwirtschaft" fordert nun, dass in den kommenden Jahren alle Zahlungen an konkrete Leistungen gebunden werden. Dass Bauern zum Beispiel mehr Geld bekommt, wenn sie wasser-, umwelt und tierschonend wirtschaften.

Elisabeth Fresen ist zuversichtlich, dass diese Forderungen in der Politik auch ankommen, denn dass sich dreißig Verbände gemeinsam und mit einer Stimme zu weitreichenden Veränderungen bekennen mache Druck, sodass die Forderungen vielleicht auch Thema in den kommenden Koalitionsverhandlungen werden könnten.


Mehr zum Thema


Bauernverband Saar: "Es ist wichtig, dass sich die Produktionsmengen nicht weiter reduzieren"
Audio [SR 3, Interview: Simin Sadeghi, 06.07.2021, Länge: 02:50 Min.]
Bauernverband Saar: "Es ist wichtig, dass sich die Produktionsmengen nicht weiter reduzieren"
Und was sagen die hiesigen Landwirte zu dem Thema? Dazu im SR-Interview: Alexander Welsch, Hauptgeschäftsführer des Bauernverbandes Saar.

Über dieses Thema wurde am 06.07.2021 auch in "Guten Morgen" auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja