Bei Hähnchen lohnt die Aufzucht finanziell nicht. Sie setzen zu wenig Fleisch an.  (Foto: pixabay / MelaniMarfeld)

Interview: "Das Aufziehen der männlichen Küken ist teuer"

Interview   17.06.2019 | 10:28 Uhr

45 Millionen männliche Küken werden jährlich kurz nach dem Schlüpfen getötet, weil sie für die Landwirtschaft nutzlos sind. Männliche Küken legen später keine Eier, und sie setzen auch nicht genügend Fleisch an, um als Masthähnchen zu taugen.

Also werden sie geschreddert oder vergast. Nach jahrelangem Streit hat das Bundesverfassungsgericht vergangene Woche entschieden, dass diese umstrittene Praxis weiterhin erlaubt ist, und zwar bis zur Einführung von alternativen Verfahren, mit denen das Geschlecht eines Embryos im Hühnerei bestimmt werden kann.

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Interview: "Eier von Henne und Hahn mittlerweile in jedem größeren Einkaufsmarkt"
Audio [SR 3, Interview: Carmen Bachmann / Barbara Schroeter, 17.06.2019, Länge: 05:31 Min.]
Interview: "Eier von Henne und Hahn mittlerweile in jedem größeren Einkaufsmarkt"

Doch was können Verbraucher tun, wenn sie Eier kaufen möchten, für die keine Küken getötet worden sind? Wo gibt's im Saarland Eier ohne Schreddern? Darüber hat SR 3-Moderatorin Carmen Bachman mit der Ernährungsexpertin und Verbraucherschützerin Barbara Schroeter gesprochen.

"Henne und Hahn", "Spitze und Bube", "Hühnerherz", all diese Labels weisen darauf hin, dass auf diesen Höfen auch die männlichen Küken weiter leben dürfen. Diese Eier gebe es mittlerweile in jedem größeren Supermarkt. In manchen gebe es sowohl die Eier als auch das Fleisch der Hähnchen.

Forschen am "Zweinutzungshuhn"

Im Saarland gebe es keine Brütereien großen Stils, meint Schroeter, auch Biohöfe kaufen kleine Hühner und Hähnchen. Das Ausbrüten sei inzwischen nämlich eine sehr aufwändige und teure Angelegenheit.

Biobetriebe forschten daher am so genannten "Zweinutzungshuhn". Das legt Eier und kann zur Mast genutzt werden. Der Nachteil: Sie legen weniger Eier als normale Hähnchen und sie brauchen eine längere Mastzeit. Im Endeffekt wäre das aber ein mögliche Alternative zum Töten der männlichen Küken.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle am 17.06.2019 berichtet.

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