Produktionshalle der Stahlwerke Bous (Foto: SR)

Stahlwerke Bous stehen nach wie vor gut da

Karin Mayer   05.06.2020 | 12:20 Uhr

Schon vor dem Corona-Stillstand war die Lage der saarländischen Stahlindustrie schwierig. Die Beschäftigten waren bereits in Kurzarbeit. Mit dem Shutdown kam dann ein weiterer Auftragseinbruch. Aber es gibt auch Ausnahmen: Die Stahlwerke Bous stehen nach wie vor gut da.

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Ohne Kurzarbeit: Erfolgsstory der Stahlwerke Bous
Audio [SR 3, Karin Mayer, 05.06.2020, Länge: 03:09 Min.]
Ohne Kurzarbeit: Erfolgsstory der Stahlwerke Bous

In den Stahlwerken Bous wird Schrott im Lichtbogenofen geschmolzen. Die nötige Hitze wird mit Strom erzeugt. Einen Hochofen gibt es hier nicht. Je nach Kunde wird der Stahl im Blockguss oder im Strangguss gegossen.

Stahlarbeiter (Foto: SR)

Von Montag bis Freitag wird hier gearbeitet. Rund um die Uhr. Die Beschäftigungssituation ist gut – trotz der Coronakrise. Und Jürgen Loh, der technische Geschäftsführer bei den Stahlwerken Bous, ist zuversichtlich, dass es die nächste Zeit auch so bleiben wird, zumindest bis auf absehbare Zeit, denn noch ist die Produktion voll ausgelastet. "Wir beliefern Märkte wie Rohre, wie Maschinenbau, wie Eisenbahnprodukte und die sind von der Konjunktur nicht so stark betroffen wie die Automobilisten", so Loh.

Von den schwierigen Rahmenbedingungen der Stahlmärkte sind aber auch die Stahlwerke Bous betroffen, denn die Preise sind im Keller - Stichwort "Billigimporte." Man habe es bisher kompensieren können durch gute Qualität, kurze Lieferzeiten und das werde man auch weiter versuchen, sagt Loh. Letztes Jahr konnten die Stahlwerke noch eine schwarze Null erreichen, ob das auch in diesem Jahr gelingt, ist jedoch offen.

CO2-Abgabe

Die steigenden CO2-Abgaben sind für das Elektrostahlwerk in Bous weniger bedrohlich: "Wir haben heute etwa ein Fünftel der CO2-Erzeugung eines Hochofenwerkes und das wird noch weiter abnehmen", sagt Loh.

Dieser Schritt steht in den nächsten Jahren auch für Dillinger und Saarstahl an. Der Präsident des Verbandes der Saarhütten Albert Hettrich kündigt jedenfalls an, dass nur noch ein Hochofen neu zugestellt werden soll. Heißt: Über kurz oder lang wollen auch die großen Stahlunternehmen auf einen Elektroofen setzen.

Schrott statt Eisenerz

Der Rohstoff dafür ist Schrott. Der lagert in großen Mengen auf dem Gelände der Stahlwerke Bous. Dass dieser Rohstoff knapp werden könnte, wenn auch die großen Stahlhersteller von Eisenerz auf Schrott umsteigen, das befürchtet Loh nicht. "Deutschland ist ein Exporteur von Schrott und insofern wäre ein Mehreinsatz auf der Hochofenseite sicherlich möglich."

Ein Thema in der "Region am Mittag" am 05. Juni 2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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