Annegret Kramp-Karrenbauer vor dem Wechsel an der CDU-Spitze

"Es war die richtige Entscheidung"

Michael Thieser   22.12.2020 | 12:45 Uhr

Am 16. Januar ist die kurze Ära von Annegret Kramp-Karrenbauer an der Spitze der CDU vorüber. Dann gibt sie ihr Amt als Bundesvorsitzende endgültig ab. Ihr Nachfolger wird in jedem Fall ein Mann sein. Drei Kandidaten stellen sich zur Wahl. Ihren Wechsel vom Saarland nach Berlin hat Kramp-Karrenbauer trotz mancher Anfeidungen bisher aber nicht bereut.

„Ich kann, ich will und ich werde.“ Mit diesen Worten wurde Annegret Kramp-Karrenbauer im Frühjahr 2018 zur CDU-Generalsekretärin gewählt. Ein dreiviertel Jahr später folgte dann der Aufstieg zur CDU-Bundesvorsitzenden mit der Perspektive, Angela Merkel Merkel möglicherwiese auch im Kanzleramt beerben zu können. Doch nur ein Jahr später war dann alles wieder vorbei.

Sie fühle sich heute trotzdem nicht als gescheitert. Die Ereignisse hätten eben keine andere Entscheidung zugelassen, als den Parteivorsitz wieder abzugeben, sagt Kramp-Karrenbauer. .

Das Fass zum Überlaufen brachte die Wahl des thüringischen Kurzeit-Ministerpräsidenten Thomas Kemmerich im Februar 2020 mit den Stimmen der AfD. Ein Tabubruch. Annegret Kramp-Karrenbauer konnte dies nicht verhindern und zog anschließend für sich selbst die Konsequenzen. Es sei keine einfache Entscheidung gewesen, sagt sie. Es sei aber eine Entscheidung, "von der ich nach wie vor überzeugt bin, es war die richtige Entscheidung. Sowohl für die Partei als auch für mich persönlich."

Der Blick gilt dem Wahljahr und den Herausforderungen

Nun gehe es darum, gut in das Wahljahr zu kommen, "denn es wird ein sehr entscheidendes, aber auch sehr schwieriges Wahljahr für uns", sagt sie.

Am 16. Januar soll der Nachfolger an der Spitze der CDU gewählt werden. Drei Kandidaten treten an: Friedrich Merz, Armin Laschet und Norbert Röttgen. Wer die besten Chancen hat? Annegret Kramp-Karrenbauer hält sich dazu bedeckt.

Der scheidende CDU-Bundesvorsitzende will nun vor allem nach vorne schauen. Nicht was in der Vergangenheit passiert sei, sei wichtig, sondern das, was die Zukunft bringe und ob es beispielsweise gelinge, die Wirtschaft- mit der Klimapolitik zu versöhnen und gleichzeitig einen funktionierenden Sozialstaat zu erhalten.

Noch keine Entschiedung für die persönliche Zukunft

Ihre eigene, persönliche Zukunft lässt Annegret Kramp-Karrenbauer weiterhin offen. Ob sie sich um ein Bundestagsmandat im kommenden Jahr bewerben wird? Noch habe sie sich nicht entschieden, sagt sie. Das will sie erst in aller Ruhe auch mit ihrer Familie besprechen.

Dies lässt in jedem Fall Raum für Spekulationen. Zum Beispiel, ob der nächste Bundespräsident eine Frau sein wird? Die Amtszeit von Frank-Walter Steinmeier endet im Frühjahr 2022.

Alles scheint somit möglich, nur dass sich Annegret Kramp-Karrenbauer demnächst komplett aus der Politik zurückzieht, das dürfte eher unwahrscheinlich sein.

Ein Thema in der "Region am Mittag" am 22.12.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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