Kommentar: "Kompliment an Planer und Ausführer"

"Kompliment an Planer und Ausführer"

Stephan Deppen   08.10.2018 | 16:45 Uhr

Manch Verkehrsteilnehmer war am Montag verwirrt: Auf der Wilhelm-Heinrich-Brücke mitten in Saarbrücken wird noch gebaut, aber die Brücke kann wieder ohne Unterbrechung in beide Richtungen befahren werden. Im Umfeld kommt es noch zu Umleitungen, weil an den Brücken-Enden noch gearbeitet wird. Alles in allem aber: Nach einem halben Jahr intensiver Bauarbeiten gehen die Arbeiten im Zeit- und Kostenrahmen dem Ende entgegen. Dazu ein Kommentar von Stephan Deppen.

Saarbrücken
Wilhelm-Heinrich-Brücke wieder frei
Die Saarbrücker Wilhelm-Heinrich-Brücke ist wieder in beiden Fahrtrichtungen frei. Nach Angaben der Stadt sind beide Brückenhälften erneuert und wieder befahrbar. Der vorletzte Bauabschnitt, der nun beginnt, soll bis Anfang November dauern.

Glückwunsch ins Saarbrücker Rathaus und die ausführenden Baufirmen. Ja, ich gebe zu: dazu bieten Baumaßnahmen in der Landeshauptstadt nicht immer Anlass. Diesmal aber schon.

Im Februar ging es los mit ersten Arbeiten und im November wird die Wilhelm-Heinrich-Brücke komplett saniert und die zuvor unansehnlichen und unstrukturierten Flächen beiderseits der Brücke neu gestaltet sein. Absolut im Zeitplan. Und im Kostenrahmen von 8,5 Millionen Euro. Kompliment an Planer und Ausführer. Und eine Ermahnung an alle diejenigen, die zuvor das große Chaos in der Landeshauptstadt heraufbeschworen hatten.

Keine der Untergangsphantasien zur Erreichbarkeit der Saarbrücker Innenstadt mit negativen Konsequenzen für Handel und Gastronomie haben sich bewahrheitet. Es gab selbst zur Hoch-Zeit der Baumaßnahme weniger Verkehrschaos als in manch anderer Stadt ähnlicher Größe an ganz normalen Tagen. Also: ruhig ausatmen und das Ergebnis genießen.

Die Brücke ist jetzt ertüchtigt für die nächsten Jahrzehnte, das Umfeld attraktiver gestaltet. Der Neumarkt Richtung Alt- Saarbrücken sowie der Raum zwischen Finanzamt, Karstadt und City-Center werden städtebaulich aufgewertet, Bushaltestellen verlegt, Fahrspuren verändert.

In rund vier Wochen und noch kleineren kurzzeitigen Sperrungen der Autobahn geht ein halbes Jahr intensiver Bauarbeit zu Ende. Nach langer und auch kontroverser Diskussion im Vorfeld mit letztlich klarer politischer Entscheidung im Stadtrat. Schon bald, im Weihnachtsgeschäft, wird sich zeigen, ob die verkehrsplanerische Lösung aufgeht.

Aktuell mag es noch Irritationen geben um die Beschilderung der einen oder anderen provisorischen Verkehrsführung - eine weitere Neuerung wird sicher noch länger für Streit sorgen: die Fahrradspur auf der Brücke. Was hat es darum schon Aufregung gegeben - obwohl in anderen Städten gang und gäbe, empfinden viele Saarbrücker diese Spur noch immer als Angriff auf die Autofahrer. Wie es laufen soll, lässt sich schon jetzt an der roten Einfärbung erkennen - die Spur auf der anderen Brückenseite kommt noch, ebenso die endgültige Ausweisung und Markierung. Mental können sich Rad- wie Autofahrer jetzt schon eingewöhnen.

Unterm Strich ein gelungenes Projekt in der Landeshauptstadt. Für dessen Gelingen die Verwaltung mit einer extrem aufwändigen und engagierten Informationspolitik im Vorfeld der eigentlichen Baumaßnahmen aber auch viel Überzeugungsarbeit geleistet hat.

Über dieses Thema wurde auch in der "Region am Nachmittag" am 08.10.2018 auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.

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