Peter Altmaier, Heiko Maas und Annegret Kramp-Karrenbauer (Foto: picture alliance/dpa, Collage, Fotos von: Kay Nietfeld, Fabian Sommer, Gregor Fischer)

In Berlin hat die „Saarland-Dämmerung“ begonnen!

Uli Hauck   25.02.2021 | 16:55 Uhr

Saarländer sitzen derzeit in Berlin auf der Regierungsbank: Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer, Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und Außenminister Heiko Maas. Im Herbst ist Bundestagswahl und dann werden die Karten neu geschmischt. Alle drei können im wichtigen Wahljahr nicht überzeugen, in Berlin hat die „Saarland-Dämmerung“ begonnen, sagt SR-Hauptstadtkorrespondent Uli Hauck. Ein Kommentar.

Die Zeit mit drei Bundesministern aus dem Saarland geht zu Ende. Und sie wird sich auch nicht so schnell wiederholen. Denn die Performance von Maas (SPD), Kramp-Karrenbauer (CDU) und Altmaier (CDU) in Berlin lässt zu wünschen übrig.

Kommentar: In Berlin hat die „Saarland-Dämmerung“ begonnen!
Audio [SR 3, Uli Hauck, 25.02.2021, Länge: 02:41 Min.]
Kommentar: In Berlin hat die „Saarland-Dämmerung“ begonnen!

Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer

Angefangen bei der Verteidigungsministerin, die beim Kommando Spezialkräfte mit seinem Rechtsextremismus-Problem mit „eisernem Besen“ durchgehen wollte. Und die jetzt aus der Zeitung erfahren haben will, dass beim KSK Soldaten straffrei ausgingen, wenn sie verschwundene Munition zurückgebracht haben. Wohlgemerkt: Es tauchten mehrere tausend Schuss Munition, Handgranaten und Sprengmittel auf!

Deutschlands ranghöchster Soldat, Generalinspekteur Eberhard Zorn, ist ebenfalls Saarländer und Annegret Kramp-Karrenbauers militärischer Ansprechpartner. Beide kennen sich schon lange.

Zorn wusste seit Mitte 2020 von der nicht legalen Munitions-Amnestie beim Kommando Spezialkräfte. Er hat aber weder das Parlament noch die Verteidigungsministerin unterrichtet.

Das ist keine Kleinigkeit! Das ist Vertuschung auf höchster Ebene! Und das könnte auch Kramp-Karrenbauers Plan nach der Bundestagswahl Verteidigungsministerin zu bleiben, nachhaltig durchkreuzen!

Wirtschaftsminister Peter Altmaier

Auch Wirtschaftsminister Peter Altmaier will wieder in den Bundestag, doch auch seine Ministertage sind gezählt. Denn Altmaier gilt als Merkel-Mann, doch die Kanzlerin tritt im Herbst nicht mehr an.

Hinzu kommt, dass die Wirtschaftsverbände schon lange offen über Altmaier lästern: zu viel Bürokratie, keine Senkung der Unternehmenssteuern, zu hohe Stromkosten. Und auch in der Unionsfraktion hat er massiven Gegenwind. Die Wut der Abgeordneten über ausbleibende Wirtschaftshilfen ist groß. Und Altmaier ist verantwortlich. Nach Bundesumweltminister und Kanzleramtschef dürfte das Wirtschaftsministerium sein letzter Kabinettsposten gewesen sein.

Außenminister Heiko Maas

Bleibt Außenminister Maas. Auch er ist im Amt nie wirklich angekommen. Es fehle die Durchsetzungskraft, sagen die Experten. Und statt Maas gibt deshalb das Kanzleramt außenpolitisch weitgehend die Richtung vor.

Und der Minister? Der entfacht im Bildzeitungsinterview unabgestimmt eine Debatte über Sonderrechte für Geimpfte. Im Januar wohlgemerkt, als nicht klar war, ob auch Geimpfte andere anstecken können und als es kaum Impfstoff gab. Mit außenpolitischen Forderungen fällt er dagegen weniger auf!

Maas, Kramp-Karrenbauer, Altmaier – alle drei können im wichtigen Wahljahr nicht überzeugen. In Berlin hat die „Saarland-Dämmerung“ begonnen!

Ein Kommentar von Uli Hauck

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 25.02.2021 auf SR 3 Saarlandwelle

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