Schriftzug Landesverband der Saar-Grünen (Foto: picture alliance/dpa | Oliver Dietze)

Die Saar-Grünen sind raus - und wir spielen nicht mehr mit

Simone Mir Haschemi   06.08.2021 | 07:04 Uhr

Nun steht es endgültig fest: Bei der Bundestagswahl im September werden die Grünen bei der Zweitstimme im Saarland nicht zu wählen sein. Dazu ein Kommentar von Simone Mir Haschemi.

Wollen Sie, dass Annalena Baerbock Kanzlerin wird? Pech gehabt: Dazu werden Sie nichts beitragen können – wenn Sie im Saarland leben.

Kommentar: Die Saar-Grünen sind raus - und wir spielen nicht mehr mit
Audio [SR 3, Simone Mir Haschemi, 06.08.2021, Länge: 01:25 Min.]
Kommentar: Die Saar-Grünen sind raus - und wir spielen nicht mehr mit
Ein Kommentar von Simone Mir Haschemi.

Mögen Sie die Grünen nicht und wollen auf keinen Fall, dass Baerbock Kanzlerin wird? Das trifft sich erst mal günstig, denn entscheiden werden Sie das sowieso nicht – wenn Sie im Saarland leben.

Denken Sie als Nicht-Grünen-Wähler: Mir ist das deshalb auch sowas von wurscht, dass ich die Grünen nicht in den Bundestag wählen kann? Dann sage ich Ihnen: Es ist doch ganz schön daneben, dass jetzt nicht Sie selbst das entscheiden werden.

"Die Entscheidungsfreiheit an sich ist das hohe Gut"

Meiner Meinung nach ist es für uns saarländische Wählerinnen und Wähler egal, ob wir die Grünen gewählt hätten oder nicht: Die Entscheidungsfreiheit an sich ist das hohe Gut. Und es geht hier nicht um eine Partei unter „ferner liefen“, sondern um die, die bei bundesweiten Umfragen auf Platz 2 hinter der Union liegt. Dass die auf den saarländischen Wahlzetteln, und nur auf den saarländischen Wahlzetteln für die Bundestagswahl, nicht draufstehen wird, das schmerzt.

Das schmerzt viele ganz junge Wählerinnen und Wähler, für die das Klima das erste Thema ist, das sie politisch denken lässt.

Das schmerzt im Sinne der Demokratie, des Ziels, unsere unterschiedlichen Meinungen möglichst breit abgedeckt zu finden auf einem Wahlzettel.

Wenn Sie in den nächsten Wochen Kandidatenrunden mit Laschet, Scholz und Baerbock sehen, dann wissen Sie: Zwischen den dreien da können alle entscheiden, nur wir nicht. Saarländerinnen und Saarländer sind außen vor. Und das schmerzt erst recht – egal, wer daran jetzt genau welche Schuld trägt.

Ein Kommentar von Simone Mir Haschemi


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