Kommentar: "Eine Mammutaufgabe, die Saar-Linke zu einen"

Saar-Linke: "Chaos nach innen und nach außen"

Kommentar

Ein Kommentar von Florian Mayer   30.09.2019 | 07:32 Uhr

Die Linken im Saarland haben sich gestern zum Landesparteitag in Wiebelskirchen getroffen. Wichtigster Tagesordnungspunkt: die Wahl eines neuen Landesvorsitzenden. Der Chefposten in der Partei war seit anderthalb Jahren vakant. Thomas Lutze wird ihn nun besetzen. Er soll eine Partei, die geprägt ist von Streit und Skandalen, politisch wieder auf Kurs bringen. Ein Kommentar von Florian Mayer.

Turbulenter Landesparteitag
Lutze ist neuer Chef der Saar-Linken
Die Saar-Linke hat Thomas Lutze zum neuen Landesvorsitzenden gewählt. Mit 95 von insgesamt 138 Stimmen setzte sich der Bundestagsabgeordnete im ersten Wahlgang auf dem Landesparteitag in Wiebelskirchen gegen Markus Leinen und Michael Jochem aus Saarbrücken durch. Der Wahl gingen mehrere turbulente Stunden voraus.

Chaos. Chaos nach innen. Chaos nach außen. Anders lässt sich der Zustand der Linken an der Saar schon seit Monaten nicht mehr beschreiben. Daran hat auch der gestrige Landesparteitag nichts geändert - im Gegenteil er hat das Chaos, in dem sich Die Linke befindet, nur noch anschaulicher gemacht.

Der Riss zwischen Linksjugend und dem Rest der Saar-Linken, die schon seit Jahren schwelenden Streits unter den einzelnen Mitgliedern, die tiefen Gräben zwischen den Lagern innerhalb der Partei und jene zwischen Partei und Fraktion: All das saß gestern auch mit an den Tischen der Kreisverbandsdelegierten in Wiebelskirchen. Es ging in den ersten Stunden um die Zulässigkeit der aufgestellten Wahlkabinen, um Rederecht und Redezeit, darum, ob anwesende Delegierte tatsächlich Delegierte sind, wer die Linke zugrunde gerichtet hat und wer dafür die Konsequenzen tragen muss. Immer begleitet von persönlichen Angriffen der Delegierten untereinander.

Vom Grabenkämpfer zum Schlichter

Politische Inhalte waren keine Nebensache. Sie waren kein Thema!  Die will der neugewählte Landesvorsitzende Thomas Lutze nun wieder in den Vordergrund stellen. Lutze, der als parteiinterner Strippenzieher gilt, der eines der innerparteilichen Lager um sich herum aufgebaut hat, in die sich Die Linke aufgespalten hat. Vom Grabenkämpfer zum Schlichter. Man kann für die Linken nur hoffen, dass das gelingt.

Die Linke stellt die größte Opposition im saarländischen Landtag. Sie ist noch die größte Oppositionspartei im Land. Es wird endlich Zeit, dass sich diese Partei in ihrer Gesamtheit dieser Verantwortung bewusst wird und danach handelt. Es ist vermutlich ihre letzte Chance.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Guten Morgen" auf SR 3 Saarlandwelle am 30.09.2019 berichtet.

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