Kommentar: "Das Saarland steht plötzlich wieder in der ersten Reihe der Autoländer"

"Das Saarland steht plötzlich wieder in der ersten Reihe der Autoländer"

Karin Mayer   17.11.2020 | 16:30 Uhr

Der chinesische Batteriehersteller SVolt kommt ins Saarland. Das Unternehmen will zwei Werke bauen, dafür zwei Milliarden Euro investieren und bis zu 2000 Jobs schaffen. Es ist ein Riesenerfolg für das Land und für die Ansiedlungspolitik. Der Kommentar von Karin Mayer aus der SR Wirtschaftsredaktion.

Bis zu 2000 neue Arbeitsplätze im Saarland
Batteriehersteller SVolt Energy plant Milliarden-Investition
Der chinesische Batteriehersteller für Elektro-Autos SVolt Energy will im Saarland bis zu zwei Milliarden Euro investieren und zwei Werke bauen. Bis zu 2000 neue Jobs sollen dadurch entstehen.

Wenn man wissen will, wie wichtig die Nachricht für das Saarland war, dann muss man auf die letzten Jahre schauen.

Seit der Finanzmarktkrise hinkt die Wirtschaft hinter der Bundesentwicklung her. Die Autoindustrie, als wichtigster Arbeitgeber, hängt am Verbrennungsmotor. Schon letztes Jahr sind tausende Arbeitsplätze verloren gegangen. Seit Beginn der Corona-Pandemie kamen weitere Sparpläne bei den Zulieferern dazu. Eine Zukunftsperspektive für diese Branche – bisher eher Fehlanzeige.

Deshalb löst die Ansiedlung einer Batteriefabrik in Überherrn und Heusweiler eine wahre Euphorie in der Branche aus. Ob Gewerkschaftsvertreter, Betriebsräte, der Verband Autoregion oder die Industrie und Handelskammer – alle sind erleichtert über diese wichtige Entscheidung.

Das Saarland steht plötzlich wieder in der ersten Reihe der Autoländer. 300.000 bis 500.000 Batterien für Elektrofahrzeuge sollen hier produziert werden. Die Batteriefertigung bedeutet Wertschöpfung beim Elektroauto. Die geht dafür beim Verbrenner verloren. Das Autoland Saarland bekommt mit dieser Ansiedlung eine Zukunftsperspektive. Für IHK Hauptgeschäftsführer Heino Klingen ist sie ebenso entscheidend wie die Ansiedlung des Ford-Werks Ende der 60er Jahre. Auch damals kamen weitere Zulieferer ins Land, die wichtige Arbeitgeber wurden.

Man kann ohne Frage von einer Leitinvestition sprechen. Dafür geht das Land zunächst in Vorleistung. Die Strukturholding Saar plant und baut die Werke. Vielleicht ein Grund, warum das Saarland sich gegenüber 30 anderer Standorte durchgesetzt hat. Die gute Zusammenarbeit mit dem Land wurde jedenfalls vom Unternehmen gelobt.

Eine wichtige Botschaft für die Grenzregion. Von hier aus will SVolt das Europageschäft betreiben. Die Lage, mitten in Europa, ist ein Vorteil für das Unternehmen und das ist wichtig für die Region. Was jetzt noch fehlt? SVolt verspricht viel. 2000 Jobs, Produktion ab 2023, einen hochmodernen Standort bauen. In der Batterietechnik verzichtet das Unternehmen auf Kobalt und will damit umweltfreundlicher sein. Das sind viele Versprechen. Die muss das Unternehmen nun einlösen, damit die Euphorie anhält und zu einem Hoch wird.

Ein Kommentar von Karin Mayer

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