Fridays for Future - Schülerdemo für Klimaschutz in Saarbrücken (Foto: SR 1 / Franz Johann)

"Deutschland wird die eigenen Klimaziele für 2020 reißen"

Interview: Michael Friemel   15.03.2019 | 07:09 Uhr

Seit Wochen demonstrieren freitags die Schüler für mehr Klimaschutz und stellen Forderungen an die Bundesregierung. Dazu im SR-Interview: Hauptstadtkorrespondentin Bettina Nutz.

Im Koalitionsausschuss geht es nun auch um den Klimaschutz. Hintergrund ist das Pariser Klimaabkommen. Deutschland hatte sich einen eigenen Klimaschutzplan gegeben bis 2050. Bis dahin will das Land weitgehend frei von Treibhausgasen sein.

Audio

Klimademo der Schülerinnen und Schüler in Wadern.
Audio [SR 3, Interview: Michael Friemel, 15.03.2019, Länge: 04:10 Min.]
Klimademo der Schülerinnen und Schüler in Wadern.

Zum einen bedeutet das, so Bettina Nutz, die Volkswirtschaft muss sich ganz neu aufstellen. Es gebe aber auch einzelne Sektoren wie Energie, Verkehr oder Landwirtschaft, die deb CO2-Ausstoß reduzieren müssen. Auch bei Gebäuden seinen Einsparungen möglich.

Strafen sollten die Ressorts tragen

Die dafür zuständigen Ministerien müssten dafür bereits klare Ausstiegskriterien und Einsparpläne entwickelt haben. Das sei nicht der Fall. Darum soll es jetzt ein Klimaschutzgesetzt geben, das verbindlich vorschreibt, wann wer wieviel einsparen soll. Außerdem: Welche Sanktionen gibt es, wenn das nicht gemacht wird?

Union und SPD seien sich aber uneins. Die Vorgaben bis 2020 würden schon mal nicht eingehalten. Auch für die nächste Etappe bis 2030 sehe es düster aus. Umweltministerin Schulze, SPD, habe eine Drohkulisse aufgebaut: Strafzahlungen sollten zu Lasten des jeweiligen Ressorts gehen und nicht vom Gesamthaushalt getragen werden.

Ernst nehmen ja, aber Taten fehlen

Dagegen wehren sich die Unionsminister. Z.B. wehre sich Verkehrsminister Scheuer am hfetigsten. Er habe auch am wenigsten eingespart. Insgesamt kann es Milliarden kosten, wenn die EU-Vorgaben nicht eingehalten werden.

Die Demos der Schüler, meint Bettina Nutz, nähmen die Politikerinnen und Politiker in Berlin schon ernst. Eine aktuelle Stunde im Bundestag gab es dazu - aber gehandelt werde bislang zu wenig.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Guten Morgen" auf SR 3 Saarlandwelle am 15.03.2019 berichtet.

Artikel mit anderen teilen