Das Steag-Kraftwerk in Völklingen Fenne (Foto: Imago / Becker & Bredel)

CO2-Ausstoß - wie sieht's im Saarland aus?

Studiogespräch: Siegfried Lambert/Karin Mayer   08.10.2018 | 16:15 Uhr

Der Weltklimarat mahnt eindringlich, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Nur so könnten drastische Folgen für das Leben auf unserer Erde verhindert werden. Doch was kann man hier im kleinen Saarland tun? Und schließlich ist das Saarland auch Industrie- und Energieland. Gibt es hier überhaupt Spielraum den CO2-Ausstoss zu senken? Dazu im Studiogespräch: SR-Wirtschaftsexpertin Karin Mayer.

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Studiogespräch: "Bei der Stromerzeugung ist richtig viel passiert"
Audio [SR 3, Studiogespräch: Siegfried Lambert/Karin Mayer, 08.10.2018, Länge: 02:51 Min.]
Studiogespräch: "Bei der Stromerzeugung ist richtig viel passiert"

Stromerzeugung

Vor allem bei der Stromerzeugung ist im Saarland viel passiert. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums hat das Saarland im Jahr 2016 rund 19.8 Millionen Tonnen CO2-Emissionen verursacht. Das war der niedrigste Wert seit 2009. Seit Anfang 2017 sind nun auch die Steinkohlekraftwerke Weiher und Bexbach faktisch nicht mehr im Einsatz. Sie werden von der STEAG nur noch quasi zur Netzreserve genutzt. Zudem ist Ende 2017 das Kraftwerk Ensdorf vom Netz gegangen.

Industrie

Doch das Saarland ist nicht nur Energieland, sondern auch Industrieland, und das ist potenziell ein Faktor, der für höheren CO2-Ausstoß sorgt. In der Stahlindustrie beispielsweise gibt es hohe CO2-Emissionen und die Unternehmen stehen unter Druck, weil die Preise im Emissionshandel steigen sollen. Die Industrie und Handelskammer (IHK) warnt davor, die Industrie mit immer weiteren Kosten zu belasten, denn das könnte die Standorte und damit auch die Arbeitsplätze gefährden.

Privathaushalte

Doch nicht nur die Industrie produziert CO2-Emissionen. Auch die Privathaushalte tragen ihren Anteil dazu bei. Die Hälfte der Energie wird für Wärme verbraucht. Das Saarland liegt hier über dem Bundesdurchschnitt. Einer der Hauptgründe ist der hohe Bestand an alten Gebäuden und Sanierungsstau. Hinzu kommt der hohe Anteil an Pkw im Land.


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Über dieses Thema wurde auch in der "Region am Nachmittag" am 08.10.2018 auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.

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