St. Pius wurde erst profanisiert, dann wird die Kirche abgerissen. (Foto: Dominik Holl)

Neue Nutzung von Kirchengebäuden im Saarland

Marc André Kruppa   27.07.2022 | 15:43 Uhr

Die Kirchenaustritte häufen sich, immer mehr Gemeindehäuser oder Kirchen müssen schließen. Andere bleiben wenig oder ungenutzt. Dagegen wollen die beiden Kirchen gemeinsam mit dem Saarland etwas unternehmen. Bau- und Innenminister Jost hat gemeinsam mit den Kirchenvertretern einen neuen Leitfaden vorgestellt, wie kirchliche Gebäude in der Dorfgemeinschaft besser genutzt werden können.

Viele Pfarrsäle, Kirchen oder Gemeindehäuser stehen leer, sind baufällig und werden fast nicht genutzt. Dabei gibt es viele Ideen, wie man sie anderweitig nutzen könnte, findet Christian Weyer, Superintendent der evangelischen Kirche. Von Spielhallen abgesehen, sieht er nach niederländischem Vorbild Möglichkeiten als Buchläden, Cafés oder Co-Working Spaces.

Video [aktueller bericht, 27.07.2022, Länge: 2:11 Min.]
Neuer Leitfaden für Umnutzung von Kirchengebäuden im Saarland

Die Kirchen sind gerne bereit, ihre Gebäude auch der Zivilgemeinde zur Verfügung zu stellen. Dafür haben sie mit der Politik zweieinhalb Jahre in Workshops zusammen gesessen und einen Leitfaden ausgearbeitet.

Bei Gemeinden noch nicht angekommen

Für Katja Göbel, Leiterin des Katholischen Büros im Saarland, war das ein wichtiger Austausch. Sie ist besonders von Co-Working-Spaces begeistert. Das gehe mit dem sozialen Auftrag der Kirche gut einher. Viele kirchliche Gebäude seien direkt neben Kitas, das könne Mütter oder Vätern ermöglichen, in der Nähe der Kinder zu arbeiten.

Leitfaden für die neue Nutzung von Kirchengebäuden im Saarland
Audio [SR 3, Marc André Kruppa, 27.07.2022, Länge: 03:11 Min.]
Leitfaden für die neue Nutzung von Kirchengebäuden im Saarland

Bauminister Reinhold Jost gibt zu: Vieles, was im neuen Leitfaden drin steht, sei schon bekannt oder möglich gewesen, aber noch nicht richtig bei den Gemeinden angekommen. “Wir wollen die Erkenntnisse erweitern.”

Leitfaden soll helfen

Damit spielt Jost auf ein Problem vieler Gemeinden mit Förderanträgen an: zu wenig Personal oder zu wenig Zeit, sich um die teils aufwändigen Anträge auf Fördermittel zu kümmern. Der Bürokratiedschungel lässt grüßen.

Gerade dabei soll der neue Leitfaden helfen: mit einer leichteren Übersicht der Ansprechpartner und Fördermöglichkeiten, beispielsweise für die Restaurierung baufälliger Kirchengebäude. Er ist auf der Internetseite des Innenministeriums abrufbar und soll darüber hinaus in den Gemeinden beworben werden.

Leichterer Umbau

Die über 1000 kirchlichen Gebäude sollen leichter für die Zivilbevölkerung genutzt werden können und im besten Fall schneller durch Fördermittel renoviert oder umgebaut werden - solange es der Denkmalschutz zulässt. Denn gerade bei Kirchen, Gemeindehallen oder Pfarrsälen ist das oft noch ein Hindernis.

Aber da gibt sich Superintendent Christian Weyer zuversichtlich: Bei der Sanierung der Beispiel Ludwigskirche sei über einen Lastenaufzug diskutiert worden. "Das war ein großes Thema, aber  jetzt haben wir diesen Lastenaufzug."

Auch ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 27.07.2022 auf SR 3 Saarlandwelle

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