Bühne des Alm-Festvials in Landsweiler-Reden (Foto: SR)

Wie geht’s weiter an der Halde Reden?

Stephan Deppen / Onlinefassung: Axel Wagner   28.08.2019 | 21:12 Uhr

Es gibt wieder Aufregung über die Halde Reden. Denn das seit Jahren geplante Personenbeförderungssystem auf die Halde wird nicht gebaut. Das hat der Aufsichtsrat der saarlandeigenen Industriekultur Saar, IKS, am letzten Freitagabend beschlossen. Was jetzt?

Die Halde Reden: Sehnsuchtsort vieler SR3-Hörer bei der jährlichen Sommeralm und auch sonst beliebtes Ausflugsziel mit Einkehrmöglichkeit in der Alm hoch droben auf der Halde. Aber: der Aufstieg ist mühsam. Deshalb sollte ein Personenbeförderungssystem gebaut werden. Diese Diskussion währt jetzt über fünf Jahre.

Video [aktueller bericht, 28.08.2019, Länge: 3:42 Min.]
Kein Schrägaufzug für die Halde in Landsweiler-Reden

Enttäuschte Hoffnungen

Keine Bahn für die Halde Reden
Audio [SR 3, Stephan Deppen, 28.08.2019, Länge: 03:04 Min.]
Keine Bahn für die Halde Reden

Und jetzt kommt die „Haldenmetro“ genannte Bahn nicht, so Luitwin Vogel, Sprecher der IKS: „Der Aufsichtsrat hat beschlossen, dass man Abstand davon nehmen will, einen Schrägaufzug vom Fuße der Bergehalde in Reden zur Gastronomie hoch zu bauen.“

Das klang vor drei Jahren noch ganz anders. Staatssekretär Jürgen Barke hatte Hoffnungen geschürt, obwohl eine Ausschreibung keine konkreten Angebote gebracht hatte. Zwei Jahre zuvor schon hatte er die Bahn zugesagt, allerdings auch auf den Wirtschaftlichkeitsaspekt verwiesen. „Wir prüfen im Moment zwei solcher Konzepte parallel. Wir prüfen auch, inwieweit Tourismusfördermittel in die Realisierung einfließen können. Wichtig ist, dass es am Ende auch wirtschaftlich darstellbar ist.“

Kommentar zum Aus für die "Haldenmetro"
Audio [SR 3, Stephan Deppen, 28.08.2019, Länge: 02:53 Min.]
Kommentar zum Aus für die "Haldenmetro"

Und genau das hat jetzt mit den Ausschlag gegeben: rund 3,5 Millionen Euro für die Bahn, doppelt soviel wie veranschlagt. Und: Die Halde arbeite noch, das hätten Untersuchungen ergeben – mit womöglich negativen Auswirkungen auf die Standsicherheit einer solchen Bahn.

Ein Taxi soll’s richten

Aber: Seit Jahren wird über die Bahn diskutiert, den aktuellen Pächtern der Alm ist sie vertraglich zugesagt worden – und jetzt das. Das klingt nicht nach Professionalität seitens der IKS. „Die Schwierigkeiten waren so nicht abzusehen, und es sind weitere Vorgaben erfolgt. Diese mussten berücksichtigt werden“, so IKS-Sprecher Vogel.

Neue Idee: Ein Taxi soll Besucher nach oben fahren. „Wir werden in Kürze, nach Rücksprache und in Gesprächen mit der Gastronomie die Erreichbarkeit über einen regelmäßigen Taxibetrieb sicherstellen“, sagt Vogel. Die Aufnahme des Betriebs soll „so zügig wie möglich“ erfolgen, allerdings noch nicht am kommenden Wochenende.

Wer das Taxi organisiert und bezahlt, ob womöglich die IKS ein Auto kauft und ein Mitarbeiter die Almbesucher kutschiert – alles noch offen. Die Pächter der Alm haben aber eine Zusage auf die Bahn hinauf – könnten also auch aus dem Pachtvertrag aussteigen. „Wir sind diesbezüglich in Gesprächen“, so Vogel.

Unbefriedigende Situation für Pächter

Das bestätigt Tom Schwarz auf Nachfrage. Er ist einer der Pächter und will keine unnötige Aufregung. Die aktuelle Situation sei unbefriedigend, aber er und sein Partner auf der einen und die IKS auf der anderen Seite arbeiteten gemeinsam an einer Lösung. Am Dienstag seien sie erstmals von der IKS über die aktuelle Entwicklung unterrichtet worden. Nun werde man sehen, was geht.

Dabei geht es nicht nur um die Bahn: von Rodelbahn, Rutschenparadies und Erlebnispark auf der Halde redet schon lange keiner mehr. Selbst so einfach erscheinende Dinge wie eine Beleuchtung des Weges und eine Fußgängerbrücke vom Bahnhof kommen nicht voran. Vogel ist dennoch optimistisch: „Der Standort entwickelt sich. Es werden sicherlich noch weitere Infrastrukturmaßnahmen in der nächsten Zeit angegangen und verwirklicht. Da gibt es Planungen.“

Man darf gespannt sein, wann den großen Ankündigungen wenigstens kleine Taten folgen.

Über dieses Thema hat auch die SR 3 „Region am Mittag“ vom 28.08.2019 berichtet.

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