CDU (Foto: dpa)

Kritik an CDU-Personaldebatten und einseitiger Themensetzung

Die Junge Union Saar vor der Bundesversammlung

Caroline Dylla / Onlinefassung: Raphael Klein   05.10.2018 | 16:15 Uhr

"Fester Kurs und klare Koordinaten" - unter diesem Motto findet vom 5. bis zum 7. Oktober in Kiel der "Deutschlandtag“, die Bundesversammlung der Jungen Union, also der CDU-Jugendorganisation, statt. Wohin soll sich die CDU und Deutschland bis 2030 entwicklen? Diese Frage steht im Zentrum des Treffens. SR-Reporterin Carolin Dylla hat mit JU-Mitgliedern aus dem Saarland über ihre Erwartungen an das Wochenende und ihre Sicht auf die Lage der Union im Allgemeinen gesprochen.

Junge Union Saar: Kritik an CDU-Personaldebatten und einseitiger Themensetzung
Audio [SR 3, Carolin Dylla, 05.10.2018, Länge: 03:26 Min.]
Junge Union Saar: Kritik an CDU-Personaldebatten und einseitiger Themensetzung

Inhaltlich haben sich die JU-Deligierten für das Wochenende ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Man will diskutieren, wie Deutschland auch im Jahr 2030 sozial stabil und wirtschaftlich erfolgreich bleiben kann. Unter anderem soll es um Digitalisierung, Rente, innere und äußere Sicherheit und Europa gehen. Hier möchte sich die saarländische JU einbringen. Und hier sieht man nicht nur positiv auf die Bundespolitik.

Kritik an Personaldebatten und einseitiger Themensetzung

Denn in der Jungen Union im Saarland regt sich auch Kritik an der Bundespolitik und in Richtung Mutterpartei. Man müsse weg von der einseitigen Konzentration auf Personaldebatten und Asylpolitk, fordert zum Beispiel der Kreisvorsitzende der JU Saarbrücken Andreas Neumüller. Dem SR gegenüber sagt er, man müsse sich gerade aus junger Sicht innerhalb der CDU wieder mehr inhaltlichen Fragen, wie digitalem Wandel, Sozialpolitik und Industrie 4.0 widmen.

"Wahl von Brinkhaus ein starkes Zeichen für die junge Generation"

Die Querelen der letzten Wochen und Monate hätten die inhaltliche Arbeit jedenfalls nicht leichter gemacht, findet der Vorsitzende der JU Saar, Alexander Zeyer. Dennoch sei man insgesamt gut aufgestellt, so Zeyer. Auch die Wahl von Ralph Brinkhaus an die Spitze der Bundestagsfraktion sei alles andere als ein Zeichen der Rebellion gegen die Parteichefin und Bundeskanzlerin Angela Merkel, vielmehr sei es ein gutes Zeichen für eine Veränderung innerhalb der Union. Denn gerade von Seiten der Jungen Union sei die Wahl von Brinkhaus unterstützt worden, so Zeyer.

Forderung nach Migrationskontrolle und sicheren EU-Außengrenzen

Ein Thema liegt der saarländischen JU besonders am Herzen: die europäische Migrationspolitik. Gerade im Zuge der Europawahlen 2019 sei es wichtig, die Außengrenzen Europas zu sichern, um die offenen Grenzen im Innern von Europa zu gewährleisten, so Andreas Neumüller. Auch nationale Maßnahmen, um Migration besser zu kontrollieren, fordert die JU. Damit reagiert man bei der JU auch auf die gesellschaftliche Stimmung und die stärker gewordene AfD.

Keine Bündnisse mit AfD oder Linkspartei

Hier müsse man klare Kante gegen die AfD zeigen, sagt Alexander Zeyer. Eine Koalition mit der AfD, wie es der CDU-Fraktionsvorsitzende im sächsischen Landtag Christian Hartmann gefordert hat, schließt Zeyer aus - ebenso wie Bündnisse mit der Linkspartei.

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" vom 05.10.2018 auf SR 3 Saarlandwelle.

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