ein Landwirt fährt mit seinem Traktor über ein trockenes Feld (Foto: dpa)

Interview: "Wassermangel ist nicht ausgeglichen worden"

Interview: Michael Friemel / Joachim Pütz   18.06.2019 | 06:41 Uhr

Steht der nächste Dürresommer ins Haus? Kann man das überhaupt vorhersehen? Darüber hat SR-Moderator Michael Friemel mit Joachim Pütz vom SR-Wetterteam gesprochen. Pütz sagte, der Mai sei insgesamt etwas nasser gewesen als im langjährigen Mittel.

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Niedrigwasser am Rhein Ende November 2018 bei Karlsruhe.
Audio [SR 3, Interview: Michael Friemel, 18.06.2019, Länge: 03:47 Min.]
Niedrigwasser am Rhein Ende November 2018 bei Karlsruhe.

In manchen Teilen Deutschlands, etwa in Brandenburg, habe es zu wenig geregnet. Im Südwesten, etwa im Saarland, sei es unkritisch. Allerdings: Der Wassermangel vor vorigen Hitzesommer sei nicht ausgeglichen worden.

"Es gibt mehrere Arten von Dürre"

Insgesamt sei "Dürre" in Deutschland relativ, weil wir doch in einem sehr grünen Land lebten. Und dann, so Pütz, gibt es verschiedene Arten von Dürre. Zum einen die "meteorologische Dürre", wenn es ein bis zwei Monate trockener ist als üblich.

Zum anderen die "sozio-ökonomische Dürre": Ein Wassermangel von einem Jahr und mehr bremse die produzierende Wirtschaft. Das habe man vergangenes Jahr gesehen, als der Rhein einen niedrigen Pegelstand hatte. Da wurden Lieferketten unterbrochen. "Da leiden wir jetzt noch drunter".

Umfrage unter Saarländer: Die einen empfinden es als trocken, die anderen finden es ziemlich grün.
Audio [SR 3, Simin Sadeghi, 18.06.2019, Länge: 01:23 Min.]
Umfrage unter Saarländer: Die einen empfinden es als trocken, die anderen finden es ziemlich grün.

"Am besten ein verregneter Sommer"

Der Klimawandel macht sich laut Pütz inzwischen sehr bemerkbar. Es habe zwar immer mal wieder extreme Jahre gegeben. In den letzten Jahren habe es jedes Jahr das wärmste, teilweise das trockenste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gegeben.

Am besten wäre dieses Jahr ein verregneter Sommer. Das wolle natürlich niemand. Vorhersagen könne man das nicht. Fünf bis sechs Tage könnten einigermaßen zuverlässig vorher gesagt werden. Alles andere sei Kaffeesatzleserei.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Guten Morgen" auf SR 3 Saarlandwelle am 18.06.2019 berichtet.

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