Pressefreiheit Weltweit 2018 (Foto: Reporter ohne Grenzen)

"2018 war ein schlechtes Jahr für die Pressefreiheit"

Ein Interview mit Christian Mihr von "Reporter ohne Grenzen"   18.12.2018 | 09:07 Uhr

Mehr als 80 Journalisten und Medienschaffende wurden in diesem Jahr bei oder wegen ihrer Arbeit getötet. Die Bilanz von Reporter ohne Grenzen ist alarmierend.

Christian Mihr, Geschäftsführer von Reporter ohne Grenzen, prangert auch an, dass viele Journalisten nach wie vor weggesperrt würden, zum Beispiel in China oder der Türkei. Auch wenn einige medienwirksam wieder freigelassen worden seien, könne längst keine Entwarnung gegeben werden.

Audio

Interview: "Schlechtes Jahr für die Pressefreiheit"
Audio [SR 3, Michael Friemel / Christian Mihr, 18.12.2018, Länge: 02:48 Min.]
Interview: "Schlechtes Jahr für die Pressefreiheit"

Als die gefährlichsten Länder für Journalistinnen und Journalisten bezeichnete Christian Mihr Afghanistan, Syrien, Jemen, Mexiko und Inden. Bemerkenswert seien die beiden letzt genannten. Hier herrsche kein Krieg.

Medienfeindliche Hetz in den USA

In der Türkei sei Deniz Yücel zwar frei gelassen worden, so Mihr, aber die Türkei gehöre neben China, Ägypten, Iran Saudi-Arabien zu den Ländern, die weltweit am meisten Journalisten wegsperren. Für einheimische Journalisten in der Türei sei die Arbeit unvermindert schwer.

In den USA bereite Präsident Trump einem Klima den Boden für medienfeindliche Hetze. Leider finde er weltweit Nachahmer.

Auch in Deutschland gebe es eine zunehmende Gewalt gegen Journalisten. Der wesentliche Unterschied zu den genannten Ländern: Es gebe weiterhin einen Grundkonsens zum Wert von Journalismus.

In Deutschland eine funktionierende Justiz

Außerdem gebe es in Deutschland im Vergleich zu vielen Ländern eine funktionierende Justiz. Gebe es Angriffe auf die Pressefreiheit, haben sich die Medien laut MIhr immer auf die Gerichte verlassen können. Das könne gar nicht hoch genug geschätzt werden.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Guten Morgen" auf SR 3 Saarlandwelle am 18.12.2018 berichtet.

Artikel mit anderen teilen