Professor Christian Bogdan.  (Foto: Franziska Männel, Pressestelle Universitätsklinikum Erlangen)

"Es wird sich jeder für einen Impfstoff entscheiden können"

Interview mit dem Immunologen Prof. Dr. Christian Bogdan

Interview: Michael Friemel /Christian Bogdan   03.12.2020 | 09:11 Uhr

In Großbritannien wurde bereits ein Impfstoff zugelassen, demnächst wird es auch in anderen europäischen Ländern soweit sein. SR-Moderator Michael Friemel wollte vom Immunologen Christian Bogdan wissen, ob die ersten, die sich impfen lassen, eine Art Versuchskaninchen sind. Dr. Bogdan ist Institutsleiter an der Uniklinik Erlangen. Er gehört der "Ständigen Impfkommission" am Robert-Koch-Institut an.

"Es wird sich jeder entscheiden können, welchen Impfstoff er will"
Audio [SR 3, Interview: Michael Friemel /Christian Bogdan, 03.12.2020, Länge: 03:51 Min.]
"Es wird sich jeder entscheiden können, welchen Impfstoff er will"

Versuchskaninchen seien höchstens die Probanden in den verschiedenen Phasen der Studien gewesen, sagt der Immunologe. Die Menschen, die sich dann tatsächlich impfen lassen, seien gewiss keine Versuchskaninchen. Nebenwirkungen einer intramuskulären Impfung könnten lokale Schwellungen sein, vielleicht auch mal eine vorübergehende Funktionsbeeinträchtigung des Armes, eventuell auch mal eine kurzzeitige Fieberreaktion. Das seien aber normale Impfreaktionen.

Der Vergleich mit einem Pharmakon (Wirksubstanz) aus der Kategorie Contergan ist für Bogdan nicht angebracht. Hier gehe es ja um Immunologie, in diesem Fall um ganz konkrete Antigene, Eiweißstoffe, die am Ende das Immunsystem stimulieren. Da sei eine Vorhersage besser als bei einem Pharmakon, bei dem man nicht wisse, welche Auswirkungen es auf Organe, Zellen und Gewebe habe.

Es gebe natürlich die Angst vor Nebenwirkungen, und in seltenen Fällen seien diese auch möglich, die Größenordnung liege aber bei etwa Eins zu Hunderttausend.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Guten Morgen" auf SR 3 Saarlandwelle am 03.12.2020 berichtet.

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