Die Außenstelle des BND in Bad Aibling (Foto: dpa)

"Vorteil für den BND ist, dass er näher an die Macht rückt"

Interview: Katja Preißner / Onlinefassung: Lisa Huth   08.02.2019 | 09:16 Uhr

Der Bundesnachrichtendienst, kurz BND, ist der deutsche Auslandsgeheimdienst. Bislang residierte er in Pullach. Unter großen Sicherheitsvorkehrungen ist er nun nach Berlin umgezogen. In Pullach bleibt nur ne kleine Außenstelle.

Die Nähe zur Politik bedeutet auch mehr Sichtbarkeit. Ob das den BND verändert, darüber hat Moderatorin Katja Preissner mit dem Geheimdienstexperten Dr. Thomas Wegener-Friis gesprochen.

Audio

Neue Adresse des BND: nicht mehr Pullach, sondern Berlin (ARD-Foto)
Audio [SR 3, Interview: Katja Preißner, 08.02.2019, Länge: 03:23 Min.]
Neue Adresse des BND: nicht mehr Pullach, sondern Berlin (ARD-Foto)

Mit dem neuen Sitz in Berlin zieht, so Wegener-Friis, kein neuer Geist in den BND ein. So etwas ändere sich ja nicht mit der Postadresse. Das sei ein innerer Prozess. Der Umzug sei aber auf jeden Fall ein Signal.

"Der BND muss offener werden"

Der Vorteil für den BND sei, dass er mit dem Umzug näher an die Macht rücke. Für die Regierung und die Öffentlichkeit werde der Geheimdienst jetzt sichtbarer. Er hält es allerdings für nicht sehr wahrscheinlich, dass es künftig weniger Affären geben wird. Er fordert aber mehr Offenheit vom BND, sowohl gegenüber den Kontrollgremien als auch gegen über der Wissenschaft.

Zum Hintergrund sagt Wegner-Fries, Geheimdienste seien ein Mittel für Regierungen, ein bisschen mehr zu wissen als ihre Feinde und ihre Freunde. Informationen im Voraus zu haben, ermögliche, die eigenen Kräfte besser und klüger einzusetzen.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Guten Morgen" auf SR 3 Saarlandwelle am 08.02.2019 berichtet.

Artikel mit anderen teilen