Foto: picture alliance/Alex Brandon/AP/dpa

"Wer Biden wählt, will Trump loswerden"

Interview: Nadine Thielen / Katrin Brand

  04.08.2020 | 08:17 Uhr

In drei Monaten sind die Präsidentschaftswahlen in den USA. Dann wird sich das Rennen zwischen Amtsinhaber Donald Trump und seinem Herausforderer Joe Biden entschieden haben. Derzeit liegt Biden in den Umfragen vorn.

"Wer Biden wählt, will Trump loswerden"
Audio [SR 3, Interview: Nadine Thielen / Katrin Brand, 04.08.2020, Länge: 03:48 Min.]
"Wer Biden wählt, will Trump loswerden"

Vor vier Jahren lag Hillary Clinton in den Umfragen vorn. Dem folgten in der Wahlnacht Schreck und die Enttäuschung. Das steckt den Demokraten, so Katrin Brand, heute noch in den Knochen. Bis zum März habe Trump vorn gelegen, weil es den Amerikanern deutlich besser ging als vor vier Jahren. Die Wirtschaft lief gut, es war quasi Vollbeschäftigung. Die gegenwärtige Unzufriedenheit bei der Mehrheit der Amerikanern rühre daher, dass Trump die Corona-Krise nicht in den Griff bekomme. Allerdings könnten sich die Wähler, die sich derzeit von Trump abgewendet hätten, jederzeit wieder zurück kehren.

Trump versuche nun, genau die Leute anzusprechen, die er in den vergangenen Monaten vergrätzt habe, indem er sich als als Krisenmanager darstelle: Er spreche nun nun von Maske-Tragen, Händewaschen und Abstandhalten, genau das also, was er früher als lächerlich bezeichnet hatte. Außerdem spreche er über den Impfstoff und dass er derjenige sei, der mmer schon gewusst hab, wie die Krise am besten zu bewerkstelligen sei. Trumps großer Vorteil sei, dass er auf allen Fernsehkanälen und in den Social Media dominiere. Und zwar so sehr, Joe Biden so gut wie keine Aufmerksam keit bekomme.

"Der Vizepräsident wird eine Rolle spielen"

Zudem hat nach Einschätzung von Katrin Brand, Donald Trump eine leidenschaftliche Fangemeinde, und er polarisiere. Die einen liebten ihn glühend, die anderen hassten ihn aus tiefstem Herzen. Joe Bidens Problem sei, dass er diese Wellen nicht auslöse. Wer Biden wähle, tue das, um Trump loszuwerden, nicht, weil er oder sie Biden toll finde. Bei Joe Biden wird es wichtig sein, wen er sich als Vizepräsidentin hole, also jemanden, der dann möglicherweise einen jüngeren, einen agileren Eindruck macht.

Die große Probe wird kommen, so Brand, wenn die beiden sich bei den Präsidentschaftsdebatten begegnen und Trump dann möglicherweise den schlagfertigen Eindruck macht.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Guten Morgen" auf SR 3 Saarlandwelle am 04.08.2020 berichtet.

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