Öltankwagen (Foto: SR)

Energieexperte über Alternativen zu Gas und Öl

Frank Hofmann / Energieökonom Prof. Andreas Löschel   11.03.2022 | 07:25 Uhr

Der Ukraine-Krieg lässt die Energiepreise auch bei uns im Saarland in die Höhe schnellen. Gleichzeitg wird ein Import-Stopp von Gas und Öl aus Russland diskutiert. Aber gibt es Alternativen?

Ein mögliches Energie-Embargo gegen Russland könnte die Energiekosten noch weiter steigen lassen als ohnehin schon. Aber welche Alternativen gibt es?

"Kurzfristig Ersatz organisieren"

Energieökonom: "Kurzfristige Kompromisse notwendig"
Audio [SR 3, Interview: Frank Hofmann / Prof. Andreas Löschel, 11.03.2022, Länge: 04:18 Min.]
Energieökonom: "Kurzfristige Kompromisse notwendig"

Langfristig seien nur erneuerbare Energiequellen eine Alternative, sagt Energieökonom Prof. Andreas Löschel im SR-Interview. Man müsse nicht nur unabhängig von russischen Importen werden, man wolle ja auch klimaneutral werden. Und da sei man ja schon auf dem richtigen Weg, so Löschel.

Kurzfristig müsse man aber weiter auf fossile Brennstoffe setzen. Man könne versuchen, auf Gas und Öl aus anderen Ländern zurückzugreifen, Energie einzusparen und über den Sommer die Speicher zu füllen. Das sei bei uns in Deutschland allerdings deutlich schwieriger als beispielsweise in den USA. Deshalb sei es wichtig, diesen Ersatz nun schnellstmöglichst zu organisieren.

"Auf hohe Preise einstellen"

Aktuell seien Kompromisse gefragt, sagt Löschel. Kurzfristig müsse man möglicherweise sogar weiter Kohle zur Stromerzeugung einsetzen. Auf jeden Fall "muss man sich in den nächsten zwei, drei Jahren auf höhere Preise einstellen", so der Energieexperte.


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Ein Thema in der Sendung "Guten Morgen" am 11.03.2022 auf SR 3 Saarlandwelle.

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