Bundespolizisten mit schusssicherer Weste und Maschinenpistole  (Foto: dpa)

"Tropfen auf dem heißen Stein"

Interview: Nadine Thielen/Werner Berger /Onlinefassung: Raphael Klein   01.03.2019 | 12:40 Uhr

Kann die unter Personalmangel leidende Bundespolizei im Saarland endlich aufatmen? Ab dem 1. März arbeiten 15 neue Kollegen bei der Bundespolizei in Bexbach. Doch reicht das aus, um die Bundespolizei im Saarland zu entlasten und zu gewährleisten, dass sie ihre Aufgaben wahrnehmen kann? Dazu im SR-Interview: Werner Berger von der Gewerkschaft der Polizei (GdP).

Die Bundespolizei im Saarland bekommt ab März Verstärkung: Insgesamt 15 Einsatzkräfte sollen Personalengpässe schließen. Man begrüße zwar angesichts des Personalmangels jede neue Kollegin und jeden neuen Kollegen, so Werner Berger von der GdP. Allerdings reichten diese Stellen bei Weitem nicht aus, seien nur "ein Tropf auf den heißen Stein". Dadurch würde noch nicht einmal das Personal ersetzt, das im Zeitraum zwischen 2016 und 2019 in den Ruhestand gegangen sei, sagt Berger.

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Neue Bundespolizisten: "Tropfen auf den heißen Stein"
Audio [SR 3, Interview: Nadine Thielen / Werner Berger, 01.03.2019, Länge: 02:54 Min.]
Neue Bundespolizisten: "Tropfen auf den heißen Stein"

Ankerzentrum: Weiterhin keine zusätzlichen Kräfte in Sicht

Ursprünglich hatten Bundesinnenminister Horst Seehofer und sein saarländischer Amtskollege Klaus Bouillon der saarländischen Bundespolizei 50 neue Kräfte versprochen. Diese Zahl beziehe sich allerdings auf zusätzliches Personal für das Lebacher Ankerzentrum, sagt Berger. Diesbezüglich gebe es aber noch keine Informationen. Der versprochene Zuwachs in diesem Bereich sei bisher gleich Null und die Aufgaben müssten mit dem bestehenden Personalbestand bestritten werden. Zusätzlich verschärft würde die Situation, weil Bundespolizisten aus dem Saarland noch bis Ende 2019 an die bayrische Grenz abgestellt seien, sagt Berger.

"Laufen dauerhaft im roten Bereich"

Noch könne man zwar alle Aufgaben erfüllen, aber die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen liefen alle im roten Bereich, klagt Berger. Um dem Personalmangel effektiv zu begegnen, bräuchte man allein für die Inspektion Bexbach 30 zusätzliche Vollzugsbeamte. Zusätzlich bedürfe es weiterer Kräfte im Bereich der mobilen Kontrollen - zum Beispiel für die Grenzüberwachung oder den Einsatz bei Fußballspielen.

Ein Thema in der "Region am Mittag" vom 01.03.2019 auf SR 3 Saarlandwelle.

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