ZF Achtgang-Hybrid-Getriebe (Foto: SR/Karin Mayer)

"Interessante Technologie, aber mit begrenzter Lebensdauer"

Audio: Interview Verkehrsexpert Ferdinand Dudenhöffer zum ZF 8-Gang-Automatgetriebe

Interview: Katja Preißner   02.04.2019 | 07:40 Uhr

Der Autohersteller BMW hat beim Autozulieferer ZF das neue 8-Gang-Automatgetriebe bestellt. Das Auftragsvolumen hat einen zweistelligen Milliardenbetrag. Doch wie zukunftsträchtig ist das neue Hybridgetriebe? Es sei jetzt eine interessante Technologie, aber ab Mitte der 20er Jahre werde der Anteil der Fahrzeuge dafür zurückgehen, sagt der Verkehrswissenschaftler Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen im SR-Interview.

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Interview: "Eine interessante Technologie, die aber eine begrenzte zeitliche Lebensdauer hat"
Audio [SR 3, Interview: Katja Preißner, 05.04.2019, Länge: 02:40 Min.]
Interview: "Eine interessante Technologie, die aber eine begrenzte zeitliche Lebensdauer hat"

Getriebe für Hybridfahrzeuge seien an sich keine ganz neue Entwicklung, sagt der Verkehrswissenschaftler Ferninand Dudenhöffer. Das von ZF weiterentwickelte 8-Gang-Automatgetriebe sei aber schon etwas Besonderes. "Es ist ein hochwertiges Getriebe, überwiegend für die so genannten Plug-in-Hybride." Die Technologie sei interessant, habe aber eine zeitlich begrenzte Lebensdauer, denn "beim reinen Elektroauto braucht man diese Komplexitäten bei den Getrieben nicht mehr."

Dudenhöffer rechnet damit, dass ab 2025 der Anteil der Hybrid-Fahrzeuge zurückgehen werde und 2035 werde man kaum noch von diesen Getrieben brauchen, "denn dann fahren wir überwiegend elektrisch."

Dass BMW nun auf die Hybridgetriebe setzt, erklärt Dudenhöffer mit der Vorgabe, dass auch bei den großen Automodellen CO2-Einsparungen erbracht werden müssen - ansonsten drohen Strafzahlungen. BMW setze auf die Plug-In-Hybride, denn reine E-Autos gebe es bei BMW heute noch nicht.


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Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Guten Morgen" auf SR 3 Saarlandwelle am 05.04.2019 berichtet.

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