Kassen in einem Globusmarkt (Foto: SR)

"Es war ein Kraftakt"

Interview mit Globus-Chef Thomas Bruch

Interview: Karin Mayer   28.04.2020 | 12:15 Uhr

Hamsterkäufe, strenge Schutzmaßnahmen, Sicherheitsdienste am Eingang und nun die Maskenpflicht - seit der Coronakrise stehen die Supermärkte vor großen Herausforderungen. Im SR-Interview beschreibt Globus-Chef Thomas Bruch, welche Probleme es gab, wie die Schutzmaßnahmen für die Mitarbeiter gegriffen haben, wie die ersten Erfahrungen mit der Maskenpflicht sind und welche Auswirkungen die beschränkten Verkaufsmöglichkeiten haben.

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Thomas Bruch: "Es war ein Kraftakt"
Audio [SR 3, Interview: Karin Mayer, 28.04.2020, Länge: 03:46 Min.]
Thomas Bruch: "Es war ein Kraftakt"

Von Beginn der Coronakrise an war klar: Die Supermärkte dürfen weiter geöffnet bleiben. Die Herausforderungen waren jedoch groß. Hamsterkäufe sorgten für leere Regale, die schnellstmöglich wieder aufgefüllt werden mussten. Zeitgleich mussten Sicherheitsmaßnahmen entwickelt und umgesetzt werden. Es sei ein Kraftakt gewesen, sagt Globus-Chef Thomas Bruch. Doch man habe es geschafft. "Wir haben überall im Unternehmen Krisenstäbe eingerichtet, und es hat die Wirkung entfaltet, die wir uns gewünscht haben." Beim Warenangebot habe sich inzwischen alles wieder weitgehend normalisiert. Und auch der Mitarbeiterschutz habe sehr gut gegriffen. Es gebe fast keinen Fall im Unternehmen.

"Ich wünsche mir, dass diese Maskenpflicht nicht sehr lange bestehen bleibt"

Über die seit dem 27. April geltende Maskenpflicht ist er nicht sehr glücklich. In den Globus-Märkten seien am Starttag wesentlich weniger Kunden gewesen als sonst. Noch scheine das Tragen von Masken eher eine abschreckende Wirkung zu haben, er vermute aber, dass sich das in den nächsten Tagen ein Stück weit relativieren werde. Nichtsdestotrotz wünsche er sich, "dass diese Maskenpflicht nicht sehr lange bestehen bleibt."

"Es schlägt zurück auf ganz viele Lieferanten"

Auch die Begrenzungen, die in den großen Supermärkten eingeführt wurden, sieht er skeptisch. Sie seien von den Kunden teilweise nicht nachvollziehbar gewesen. Zudem stünden hinter einem großen Markt auch immer mehrere tausend Lieferanten. "Wenn wir weniger verkaufen, wenn wir Baumärkte, wenn wir unsere Textilabteilungen schließen müssen oder andere Bereiche wie die Gastronomie, dann schlägt das zurück bis zu den vielen Lieferanten, sogar bis zur Landwirtschaft." Bruch räumt aber ein, dass es im Saarland seitens des Wirtschaftsministeriums eine große Unterstützung gegeben habe.

Ein Thema in der "Region am Mittag" am 28.04.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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