verschiedene Euromünzen auf einem Sparbuch (Foto: picture alliance / dpa | Angelika Warmuth)

Sparen unmöglich: Wenn man nichts mehr übrig hat

Andree Werner mit Informationen von Frank Hofmann und Jens Südekum   25.08.2022 | 09:16 Uhr

In Deutschland steigen die Preise teils stark an. Laut ifo-Institut haben viele Menschen mittlerweile sogar ihr Erspartes aufgebraucht. Für den Ökonomieprofessor Dr. Jens Südekum ein deutliches Alarmsignal, auf das die Politik dringend reagieren sollte.

Wenn es geht, sparen die Deutschen viel

Im Vergleich zu anderen Ländern sparen die Deutschen besonders gern und wenn es geht auch viel. Vor allem für das Alter wird gerne Geld angelegt.

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Ökonomieprofessor: "Die starken Schultern müssen mehr tragen"
Audio [SR 3, (c) SR 3, 25.08.2022, Länge: 04:15 Min.]
Ökonomieprofessor: "Die starken Schultern müssen mehr tragen"
Interview mit Professor Jens Südekum. Er lehrt Volkswirtschaft an der Uni Düsseldorf und ist im Wissenschaftlichen Beirat des Bundes-Wirtschaftsministeriums.

Aktuell können viele Menschen aber nichts zurücklegen, da die Preise in vielen Bereichen stark gestiegen sind und andere das bereits Ersparte aufgebraucht haben. Das hat das ifo-Institut aktuell ermittelt. Für den Ökonomieprofessor Jens Südekum ist das ein deutliches Warnsignal. Beim Konsum würden sich nun immer mehr Menschen aus Unsicherheit zurückhalten - das könnte für die Konjunktur zu einem erheblichen Problem werden, so der Professor.

"Die starken Schultern müssen mehr tragen"

Wer bereits vor der Pandemie und der aktuellen Krise nichts sparen konnte, ist nun besonders hart betroffen. Das sind laut Südekum ungefähr 50 Prozent der Bevölkerung. Diese Menschen haben keinerlei finanzielle Rücklagen oder Polster. So sei jetzt dringend ein gezieltes, staatliches Entlastungspaket für die Menschen nötig, die keine Ersparnisse oder sehr niedrige Einkommen haben. Das sei mit einer Umverteilung des Geldes von oben nach unten möglich. In diesem Zuge müsse man auch über die bereits vielfach diskutierte Übergewinnsteuer nachdenken, so der Professor.

Grundsätzlich müssten die starken Schultern mehr tragen, damit man gemeinsam durch die aktuelle Krise komme. Sonst befürchtet Südekum, dass im Zuge der weiteren Rezession auch die Solidarität mit der Ukraine bröckeln könnte.

Ein Thema auf SR 3 Saarlandwelle am 25.08.2022 in der Sendung "Guten Morgen".

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