Symbolbild: Illustration von Corona-Viren auf einer Saarlandkarte, Hintergrund: Laborsituation (Foto: Sebastian Knöbber/SR)

Landkreistag spricht von "vernünftigem Kompromiss"

Interview: Michael Friemel   07.05.2020 | 10:00 Uhr

Bundesregierung und Länder haben am 6. Mai beschlossen, die Corona-Beschränkungen deutlich zu lockern - allerdings unter Vorbehalt. Wenn es mehr als 50 Neu-Infektionen pro 100.000 Einwohner gibt - und zwar innerhalb einer Woche - dann treten wieder strengere Corona-Maßnahmen in Kraft. Und zwar in dem betroffenen Landkreis. Doch was heißt das in der Praxis? Dazu im SR-Interview: Patrik Lauer (SPD) Vorsitzender des Landkreistages im Saarland und Landrat in Saarlouis.

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Vorsitzender Landkreistag: "So ein Zustand kann relativ schnell eintreten"
Audio [SR 3, Interview: Michael Friemel, 07.05.2020, Länge: 03:59 Min.]
Vorsitzender Landkreistag: "So ein Zustand kann relativ schnell eintreten"

Die Corona-Beschränkungen werden deutlich gelockert, nun sind in erster Linie die Länder und damit auch die Landkreise in der Verantwortung, die Ausbreitung des Coronavirus zu kontrollieren und gegebenfalls entsprechenden Maßnahmen zu ergreifen. Dabei wurde vorgegeben, dass es maximal 50 Neu-Infektionen pro 100.000 Einwohner in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt geben darf. Regionale Bekämpfung der Corona-Pandemie ist also die neue Strategie.

Entscheidung von Fall zu Fall

"50 Neu-Infektionen pro 100.000 Einwohner - das ist nicht viel", sagt Patrik Lauer, der Vorsitzendes des saarländischen Landkreistages und Landrat von Saarlouis im SR-Interview. Ein solcher Zustand könne relativ schnell eintreten. Dabei müsse aber von Fall zu Fall entschieden werden. Wenn Infektionen sich beispielsweise auf eine Gemeinde oder möglicherweise sogar auf eine Einrichtung begrenzen ließen, dann würde man diese isolieren. Ist es ein Geschehen, dass sich über den ganzen Landkreis erstreckt, dann müsste man natürlich weitergehende Maßnahmen ergreifen", so Lauer.

Eigenverantwortung ist jetzt gefragt

Letzteres wolle man natürlich auf keinen Fall, weshalb nun ein gehöriges Maß an Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger notwendig sei, so der Landrat. "Wie bekommen jetzt wieder Freiheiten, die wir uns lange ersehnt haben. Nun liegt es an uns, wie verantwortungsvoll wir mit diesen neu gewonnenen Freiheiten umgehen".

Absolute Zahlen problematisch

Problematisch sieht Lauer die vorgegebene Zahl im Hinblick auf die Größe seines Landkreise Saarlouis. "Dadurch, dass wir im Landkreis 195.000 Einwohner haben, liegen wir knapp unterhalb der nächsten Schwelle." Im Landkreis Saarlouis dürfte es demnach nicht mehr Infektionsfälle geben als im Landkreis Merzig-Wadern, in dem nur gut 100.000 Menschen leben.

Ein Thema in "Guten Morgen" am 07.05.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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