Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen (Foto: dpa)

"Herr Maaßen hat sich grundfalsch verhalten"

Interview mit Politikberater Michael Spreng zur "Causa Maaßen"

Interview: Michael Friemel   14.09.2018 | 08:45 Uhr

Der Streit um die Chemnitz-Äußerungen von Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen belastet weiter das Verhältnis der Koalitionspartner CDU, CSU und SPD. Während sich Innenminister Seehofer (CSU) hinter Maaßen stellt, fordert das SPD-Präsidium seine Entlassung. Im Interview gibt der Journalist und Politikberater Michael Spreng eine Einschätzung der aktuellen Koalitions-Situation zur "Causa Maaßen".

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Interview: "Herr Maaßen hat sich grundfalsch verhalten"
Audio [SR 3, Interview: Michael Friemel, 14.09.2018, Länge: 03:34 Min.]
Interview: "Herr Maaßen hat sich grundfalsch verhalten"

"Die SPD kann nicht mehr zurück", sagt Politikberater Michael Spreng. Sie habe sich in eine Situation manövriert, in der sie auf den Rücktritt Maaßens bestehen oder die Koalition verlassen müsse. Es liege nun an der Union, so Spreng. Seiner Einschätzung nach sei die einzige "gesichtswahrende Lösung für Horst Seehofer und die SPD", dass Maaßen von sich aus seinen Rücktritt erkläre. Die Frage sei, ob Maaßen dazu auch bereit sei.

"Die Forderung nach seiner Entlassung ist völlig berechtigt"

Das Verhalten von Maaßen beurteilt Spreng als sehr problematisch. Ein Verfassungsschutzpräsident habe sich nicht öffentlich in eine politische Kontroverse einzumischen. "Ein Verfassungsschutzpräsident hat die Verfassung zu schützen, aber keine Konflikte zu schüren." Maaßen habe sich grundfalsch verhalten, so der Politikberater.


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Über dieses Thema wurde auch in "Guten Morgen" am 14.09.2018 auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.

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