Interview: "Es ist keine überraschende Bewegung"

"Es ist keine überraschende Bewegung"

Interview: Prof. Christian Scholz zur "Fridays for Future"-Bewegung

Interview: Gerd Heger   22.03.2019 | 16:15 Uhr

Weltweit demonstrieren freitags junge Menschen für die Zukunft des Planeten. "Fridays for future" nennt sich die Bewegung. Wie ernst ist diese Bewegung zu nehmen? Dazu im SR-Interview: Professor Christian Scholz. Er beschäftigt sich seit Jahren mit der so genannten Generation Z, also den heutigen Teenagern.

Auch am 22. März war die Schülerbewegung "Fridays for Future" wieder auf der Straße, um für einen besseren Klimaschutz zu demonstrieren. Im Saarland fand die Protestaktion in Merzig statt und nach Polizeiangaben hatte rund 1300 Teilnehmer stattgefunden. Es war bereits die fünfte Klima-Demonstration von Schülern im Saarland.

Prof. Christian Scholz sagt zu der Bewegung: "Die Jugendlichen sagen zu Recht: Das ist jetzt unsere Zukunft". Es sei auch falsch, dass sich Jugendliche nicht für politische Themen interessierten. "Sie interesssieren sich nur nicht für Politiker und politische Talkshows".

Und Scholz ist überzeugt, dass das Engagement der Jugendlichen auch über diesen ersten Schritt der Freitagsdemos hinausgehen könnte. Innerhalb weniger Monaten sei es ihnen gelungen, eine weltweite Jugendprotestbewegung zu schaffen. "Vielleicht sind sie auch beim nächsten Schritt da". Notwenig sei abe es, den jugen Menschen entsprechende Plattformen zu bieten. Dass die Parteien nach wie vor die Diskussionen der Jugendlichen nicht ernst nähmen halte er für grotesk.

Über dieses Thema wurde auch in der "Region am Nachmittag" am 22.03.2019 auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.

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