Flughafen Saarbrücken (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Rehlinger: "Wir sind auf dem richtigen Weg"

  11.08.2020 | 16:15 Uhr

2,7 Millionen Euro schießt das Land in diesem Jahr dem Flughafen in Ensheim zu. Letztes Jahr waren es 1,8 Millionen Euro Zuschuss. Doch das geht nicht mehr lange so. Nach EU-Gesetz sind staatliche Zuschüsse für Flughäfen ab 2024 verboten. Hat der saarländische Flughafen dann noch eine Zukunft? Dazu im SR-Interview: Verkehrsministerin Anke Rehlinger.

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Rehlinger: "Wir sind auf dem richtigen Weg, die Vorgaben der EU-Kommission einhalten zu können"
Audio [SR 3, Interview: Renate Wanninger/Anke Rehlinger, 11.08.2020, Länge: 03:34 Min.]
Rehlinger: "Wir sind auf dem richtigen Weg, die Vorgaben der EU-Kommission einhalten zu können"

2012 habe der Zuschuss des Landes für den Flughafen Saarbrücken bei zwölf Millionen pro Jahr gelegen. Seitdem sei der Zuschuss sukzessive reduziert worden und habe im vergangenen Jahr bei noch 1,8 Millionen Euro gelegen, sagt die saarländische Verkehrs- und Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD). Für sie ein Beleg, "dass wir auf dem richtigen Weg sind, die Vorgaben der EU-Kommission einhalten zu können."

Durch die Corona-Krise habe es jetzt natürlich einen Einbruch gegeben, aber sie sei zuversichtlich, dass die Fluggastgastzahlen nach der Krise wieder deutlich steigen werden. Sollte es bis 2024 aufgrund von Corona keine entsprechende Erholung gegeben haben, "dann ist das ein Punkt, den die EU-Kommission sicherlich nicht ausblenden kann", so Rehlinger. Und das betreffe natürlich alle Regionalflughäfen.

Der Flughafen - ein wichtiger Wirtschaftsfaktor

Die Erreichbarkeit eines Standortes sei immer auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, so die Ministerin. Schon seit vielen Jahren gebe es im Saarland das Problem, "dass wir bei den Fernverbindungen (der Bahn) keine, insbesondere zeitlich adäquate Anbindung an bestimmte Bereiche in Deutschland haben", sagt Rehlinger. Deshalb habe der Flughafen eine so wichtige Bedeutung. "Für die Entwicklung eines Wirtschaftsstandorts ist dies eine strukturpolitische Entscheidung." Sie hofft, dass die Wirtschaft das Angebot auch entsprechend nutzt.

Die Schiene - eine Alternative?

Stellt sich trotzdem die Frage, ob das Geld für den Flughafen nicht besser in den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) fließen sollte. "Wir brauchen beides", sagt Anke Rehlinger. Der ÖPNV müsse massiv ausgebaut werden. Und neben dem Nahverkehr brauche es auch einen deutlichen Ausbau des Fernverkehrs auf der Schiene.

Doch "wenn bis 2030 eine Verdopplung der Fahrgastzahlen erreicht werden soll, dann wird das mit dem bestehenden Schienensystem nicht funktionieren." Hier müsse massiv investiert werden, aber Schieneninfrastrukturprojekte brauchten viel Zeit, bis sie überhaupt realisiert würden.

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 11.08.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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