Interview: "Sklavereiähnliche Bedingungen in der Orangenernte"

"Sklavereiähnliche Bedingungen in der Orangenernte"

Audio [SR 3, Interview: Gerd Heger, 16.05.2019, Länge: 02:43 Min.]

Interview: Gerd Heger   16.05.2019 | 16:55 Uhr

Sklaverei, heute, mitten in Europa? Undenkbar, möchte man meinen. Aber es gibt sie, sagt der Luxemburger Ethnolog Prof. Gilles Reckinger. Besonders bei der Orangenernte gebe es sklavereiähnliche Arbeitsbedingungen. Betroffen seien in erster Linie Asylbewerber.

Die Orangenernte in Süditalien und auch anderen südeuropäischen Ländern werde zum Teil unter sklavereiähnlichen Bedingungen durchgeführt, sagt der Prof. Gilles Reckinger im SR-Interview. Es sei eine Tagelöhnerarbeit und oftmals werde der Tageslohn unter fadenscheinigen Argumenten einbehalten. Meist seien es Asylbewerber, die auf solche Arbeit angewiesen sein, es gebe natürlich keine Arbeitsverträge und de facto seien sie ohne rechtliche Möglichkeiten.

Und nicht nur in der Orangenernte würden die Menschen ausgebeutet. Sie sei der übelste Bereich, aber auch bei der Ernte von Kartoffeln, Tomaten oder Erdbeeren gebe es solche Zustände - und das nicht nur in Italien.

Über das Thema wurde auch in der "Region am Nachmittag" am 16.05.2019 auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.

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