Busse an eienr Haltestelle (Foto: SR)

"Alle müssen den ÖPNV priorisieren"

Interview mit Thomas Otto vom "Runden Tisch ÖPNV"

Interview: Karin Mayer   23.09.2019 | 12:30 Uhr

Eigentlich sind sich alle einig: Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) im Saarland soll besser werden. Gemeinsame Tickets, mehr Angebot, bessere Bezahlung für die Fahrer - das fordert der Runde Tisch "Öffentlicher Personennahverkehr". Dazu im SR-Interview: Thomas Otto, Hauptgeschäftsführer der Arbeitskammer (AK) und Mitinitiator des Runden Tischs.

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Interview: "Alle müssen den ÖPNV priorisieren"
Audio [SR 3, Interview: Karin Mayer, 23.09.2019, Länge: 03:14 Min.]
Interview: "Alle müssen den ÖPNV priorisieren"

"Wir brauchen günstigere Tickets, wir brauchen Verbindungen im ländlichen Raum, eine gute Taktung, technische Angebote und wir brauchen die, die die Arbeit machen, die Busfahrer, die auch entsprechend gut entlohnt werden", sagt Thomas Otto im SR-Interview. Schätzungsweise 30 Millionen Euro Mehrkosten erwartet der Kommunale Arbeitgeberverband. Dies sei auch die Zahl, die der Runde Tisch gemeinsam mit Verdi ermittelt habe.

Ziel müsse es sein, die Rahmenbedingungen beim ÖPNV im Saarland attraktiver zu machen, um so einen Anstieg der Fahrgastzahlen zu erreichen. "In allen anderen Bundesländern wird der ÖPNV angenommen, bei uns sind die Zahlen rückläufig", sagt Otto. Dieser Trend müsse umgekehrt werden.

Bei der Finanzierung sieht Otto neben den Kommunen auch die Landesregierung in der Verantwortung. Alle Beteiligten müssten den ÖPNV priorisieren, die Gelder, die noch irgendwo in Haushaltsresten schlummern, sollten zusammengetragen werden, um so zeitnah die Maßnahmen, die möglich sind, umzusetzen. Aber auch der Bund steht nach Auffassung von Otto in der Pflicht.

Ein großer Topf an Bundesmitteln

Mit dem "Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz" sei die Bundesregierung ja schon auf einem guten Weg und die Mittel würden noch aufgestockt. "Wir haben im Moment ein Budget von 330 Millionen. Das soll bis 2021 auf eine Milliarde augestockt werden und über das Klimaschutzpaket sogar auf zwei Milliarden", so Otto. Das Saarland müsse nun darum kämpfen, dass genügend Mittel aus dem Berliner Topf hier in die Region fließen. Hier seien die Landesregierung und die Abgeordneten in Berlin gefragt.

Ein Thema in der "Region am Mittag" am 23.09.2019 auf SR 3 Saarlandwelle

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