Heiko Maas (Foto: picture alliance / Michael Kappeler/dpa)

"Die SPD muss jetzt aus dem Tal der Tränen rauskommen"

Interview: Frank Hofmann   05.03.2018 | 09:04 Uhr

Die SPD-Basis hat sich für die Große Koalition entschieden: 66 Prozent haben beim Mitgliedereinscheit mit "Ja" gestimmt. Doch ist mit der Entscheidung für die GroKo nun die Krise vom Tisch? Die SPD müsse nun Vertrauen zurückgewinnen - durch die Regierungsarbeit und durch eine Erneuerung der Partei, sagt der geschäftsführende Justizminister Heiko Maas im SR 3-Interview. Mit den Jusos sieht er keine dauerhaften Verwerfungen.

Die SPD-Mitglieder haben mit rund 66 Prozent für die Annahme des Koalitionsvertrages mit CDU und CSU gestimmt. Damit ist der Weg frei für die Bildung einer Großen Koalition.

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Heiko Maas: "Die SPD muss jetzt aus dem Tal der Tränen rauskommen"
Audio [SR 3, Interview: Frank Hofmann/ Heiko Maas, 05.03.2018, Länge: 02:54 Min.]
Heiko Maas: "Die SPD muss jetzt aus dem Tal der Tränen rauskommen"

Der geschäftsführende Justizminister Heiko Maas (SPD) ist mit dem Ergebnis des Mitgliedervotums sehr zufrieden: "Es ist ein ganz klares Votum." Die Basis habe entschieden und ist augenscheinlich der Auffassung, dass die SPD sich der Verantwortung - auch in dieser schwierigen Situation - nicht verweigern könne. "Ich finde das richtig und gut", sagt Maas. Er sei sich im Vorfeld nicht sicher gewesen, wie das Votum ausgehe. Bei der SPD-Basis wisse man im Grunde nie, wie sie denke.

Er habe in den vergangenen Wochen für den von Union und SPD ausgehandelten Koaltionsvertrag geworben, denn der Vertrag enthalte vieles, "was wichtig ist, was für unser Land wichtig ist, Wirtschaftliches und auch Soziales". Er sei froh, dass anscheidend die Argumente letztendlich wohl auch den Ausschlag gegeben hätten.

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Heiko Maas fordert Erneuerung der SPD
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 05.03.2018, Länge: 02:49 Min.]
Heiko Maas fordert Erneuerung der SPD
In einer neuen Großen Koalition liegen für die SPD Chancen, ist Landeschef Heiko Maas überzeugt. Die Sozialdemokraten dürften aber die Fehler der vorigen Legislaturperiode nicht wiederholen. Die Partei müsse auf Erneuerung setzen.

Keine dauerhaften Verwerfungen mit den Jusos

Audio: Interview mit Josephine Ortleb
"Ich glaube, es gibt keinen Konflikt innerhalb der Generationen"
Sie war offen gegen die GroKo und sie ist als junge SPD-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Saarbrücken neu in Berlin: Josephine Ortleb. Wie sie die Diskussion um die GroKoerlebt hat und was sie als notwendig erachtet, damit die SPD wieder aus dem Umfragetief kommt, darüber spricht sie im SR 3-Interview.

Und auch die Jusos, die gegen eine GroKo waren, werden seiner Meinung nach das Abstimmungsergebnis akzeptieren.

Als Jugendorganisation seien die Jusos schon immer besonders kritisch gegenüber dem gewesen, was die Mutterpartei mache und das gelte natürlich auch für die SPD in der Regierung. "Ich glaube, das wird sich jetzt alles Stück für Stück normalisieren und das ist auch notwendig". Der Juso-Bundesvorsitzende Kevin Kühnert habe ja bereits gesagt, dass er sich nun nicht mehr in erster Linie mit der SPD beschäftigen werde, sondern vor allem auch mit der Regierungsarbeit der Union.

Partei muss sich erneuern

Entscheidend für die SPD sei es nun, dass sie aus dem Tal der Tränen rauskomme. Die aktuellen Umfragewerte von 16 bis 18 Prozent seien für eine Volkspartei kein erträglicher Zustand. Dagegen müsse nun sowohl durch die Regierungsarbeit, als auch durch einen Erneuerungsprozess in der Partei angegangen werden. Es gehe darum, Vertrauen zurück zu gewinnen.

Über dieses Thema wurde auch in "Guten Morgen" am 05.03.2018 auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.

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