Unterzeichnungszeremonie des Aachener Vertrages. Außenminister von Frankreich, Jean-Yves Le Drian, , Emmanuel Macron, Bundeskanzlerin Angela Merkel und  Heiko Maas (Foto: picture alliance/Oliver Berg/dpa)

"Eine enge Zusammenarbeit wie nirgendwo auf der Welt"

Interview: Renate Wanninger   22.01.2019 | 12:15 Uhr

Am 22. Januar wurde die Neuauflage des Élysée-Vertrages in Aachen unterzeichnet. Mit dem neuen Freundschaftsvertrag soll die deutsch-französische Zusammenarbeit noch weiterentwickelt werden. Was die Schwerpunkte im Vertrag sind und welche Symbolkraft er hat, darüber spricht Außenminister Heiko Maas im SR-Interview.

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Interview: "Die deutsch-französische Zusammenarbeit wird eine Stufe weiterentwickelt"
Audio [SR 3, Interview: Renate Wanninger, 22.01.2019, Länge: 05:23 Min.]
Interview: "Die deutsch-französische Zusammenarbeit wird eine Stufe weiterentwickelt"

Deutschland und Frankreich
Neuer Elysée-Vertrag soll Grenzregionen näher bringen
Am Vormittag haben Vertreter der französischen und deutschen Regierungen in Aachen den neuen Elysée-Vertrag unterzeichnet. Er soll den deutsch-französischen Freundschaftsvertrag von 1963 ergänzen und besonders die Rolle der Grenzregionen aufwerten. Vor allem die Politiker aus dem Saarland hoffen, dass die grenzüberschreitende Zusammenarbeit durch den Vertrag leichter wird.

"Wir haben uns entschieden, mit dem Vertrag die deutsch-französische Zusammenarbeit nochmal eine Stufe weiter zu entwickeln, obwohl das fast kaum noch möglich ist", sagt Heiko Maas zu dem neuen Freundschaftsvertag zwischen beiden Ländern. Dazu gehöre zum Beispiel die Schaffung eines deutsch-französischen Wirtschaftsraums und damit verbunden, die Beseitigung bürokratischer Hürden, eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei der Gesundheitsvorsorge oder die Gründung einer parlamentarischen Versammlung mit 50 Abgeordneten des Bundestages und der Nationalversammlung. Dinge, die es bisher so noch nicht gegeben habe und eine solch enge Zusammenarbeit zwischen zwei Ländern sei auf der Welt einzigartig.

Maas sieht im deutsch-französischen Freundschaftsvertrag zudem ein wichtiges Signal für den Zusammenhalt im kriselnden Europa. Aus Jahrhunderte alten Erbfeinden seien die engsten Partner geworden und mit dem Vertrag wolle man auch andere einladen, mit zu kooperiern. Maas ist überzeugt: "Wenn Deutschland und Frankreich eng zusammen stehen, dann wird man jede Krise, die es in Europa gibt, besser bewältigen, als wenn das nicht der Fall wäre."

Menschen zusammen bringen

Für Maas persönlich ist bei dem neuen Vertrag unter anderem die geplante Gründung eines gemeinsamen Bürgerfonds von besonderer Bedeutung. Aus diesem Fonds sollen in Zukunft zum Beispiel Städtepartnerschaften oder Jugendaustausch finanziert werden. "Ich finde, dass Menschen zusammen zu bringen, immer noch das größte Thema ist, wenn es darum geht, dass Länder enger zusammen wachsen wollen", sagt Maas. In diesem Zusammenhang sei auch die Sprachförderung von großer Bedeutung. "Da ist das Saarland leuchtendes Beispiel" und das wolle man entlang der Grenze auch in anderen Bundesländern etablieren.

Ein Thema in der "Region am Mittag" am 22.01.2019 auf SR 3 Saarlandwelle.

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